Erst war es ein Wasserstoffleck, dann musste ein Filter getauscht werden, jetzt folgte ein Problem in der Heliumanlage der Antriebsstufe der SLS-Rakete (Space Launch System). Ergebnis: Das gesamte Raketensystem muss zurück in den Hangar. Noch herrschen zu starke Winde. Wenn das Wetter es zulässt, soll die Rakete am Dienstag (24. Februar) die 6,4 Kilometer lange Reise vom Startplatz zum Hangar zurücklegen, mit maximal 1,3 km/h Geschwindigkeit. Diese Rückverlegung sichert laut Nasa die Möglichkeit, das Startfenster im April offen zu halten, "vorbehaltlich der Ergebnisse der Datenanalyse, der Reparaturarbeiten und der endgültigen Umsetzung des Zeitplans in den kommenden Tagen und Wochen", wie es bei im Artemis II-Blog heißt.

Das Raketensystem SLS der Artemis-II-Mission. Gut erkennbar die Raupen unter der Plattform.Bildrechte: NASA/Sam Lott

Mit der "Artemis II"-Mission sollen erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen zum Mond fliegen – vorerst noch ohne Landung. Die US-Astronautin Christina Koch, ihre Nasa-Kollegen Victor Glover und Reid Wiseman sowie der kanadische Astronaut Jeremy Hansen sollen den Mond bei der etwa zehntägigen Mission umrunden. Zuletzt waren US-Astronauten 1972 auf dem Mond gewesen.

Aktuelles Startfenster schließt sich am 30. April

Das erste mögliche Startfenster im April öffnet sich bereits am ersten des Monats um 20:29 EST, in Mitteleuropa ist da noch tiefe Nacht, aber bereits der 2. April 02:29 Uhr. Die letzte Startmöglichkeit, die die Nasa derzeit auf dem Plan hat, wäre der 30. April. Bereits bei der ersten Mission Artemis I kam es immer wieder zu Verzögerungen. Damals sollte der Start am 8. April 2022 erfolgen. Doch er wurde dreimal verschoben. Erst beim 4. Versuch am 16. November 2022 hob die Rakete von Florida aus ab.

Solche Verschiebungen sind in der Raumfahrt nicht ungewöhnlich, beim Artemis-Programm haben sie schon eine gewisse Tradition. Erste Planungen hatten 2017 als Jahr des Neustarts zum Mond vorgesehen. Dann wurde das Jahr 2020 angepeilt. Zwischenzeitlich kam dafür auch die Falcon Heavy-Trägerrakete von SpaceX ins Spiel, die 2018 ihren Erstflug mit einem Tesla an Bord absolvierte. Aber die Nasa setzte weiter auf ihr eigenes Space Launch System, die derzeit stärkste einsatzbereite Rakete der Welt, die vor allem wegen ihrer hohen Kosten in der Kritik steht.

gp/nasa

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