- Investitionspakt sieht Garantien für Windenergie- und Netzindustrie vor.
- Wirtschaftsministerin Katherina Reiche: Ziel sei, den "größten Energie-Hub der Welt zu entwickeln".
- Nach den Verabredungen zur Energie beraten die Minister nun über die Sicherheit im Nordseeraum.
Deutschland und die Nordsee-Anrainerstaaten haben beschlossen, sogenannte Offshore-Windparks auf dem Meer auszubauen. Die Energieminister unterzeichneten beim Nordseegipfel in Hamburg einen Investitionspakt mit der Windindustrie und den Netzbetreibern. Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, sollen jeweils Windparks mit einer Stromanbindung an mehr als ein Land entstehen. Bis zu 100 Gigawatt Erzeugungsleistung sollen grenzüberschreitend verfügbar gemacht werden.
Garantien für Windenergie- und Netzindustrie
In der Vereinbarung werden der Windenergie- und der Netzindustrie Ausschreibungen für Windkraft-Anlagen in der Nordsee über 2030 hinaus zugesichert. Diese Zusage soll Planungs- und Investitionssicherheit geben.
Im Gegenzug verpflichte sich die Branche dazu, die sogenannten Stromgestehungskosten bis 2040 um 30 Prozent zu senken. Stromgestehungskosten sind die Kosten für Errichtung und jährlichen Betrieb einer Anlage im Verhältnis zu deren Lebensdauer. Zudem sollen bis 2030 in Europa 9,5 Milliarden Euro in neue Produktionskapazitäten investiert und 91.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.
"Größten Energie-Hub der Welt zu entwickeln"
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sagte, das Ziel sei es, den größten Energie-Hub der Welt zu entwickeln. "Mit dem konsequenten Ausbau und der intelligenten Vernetzung von Offshore-Energie schaffen wir bezahlbare, saubere und sichere Energie", sagte sie. So reduziere man strategische Abhängigkeiten und erhöhe die Resilienz Europas insgesamt. "Wenn die Welt an den Toren Europas rüttelt, steht der Kontinent zusammen", sagte sie.
Offshore-Windenergie versorgt aktuell 32 Millionen europäische Haushalte
Aktuell stehen rund 1600 Windräder vor deutschen Küsten. Nach Angaben der Energiebranche lag im vergangenen Jahr deckten Offshore-Windparks rund 5 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland. Insgesamt werde 56 Prozent des Stromverbrauchs durch erneuerbare Energie gedeckt.
In Europa können laut dem Windverband Wind Europe derzeit bereits 32 Millionen Haushalte aus Offshore-Windenergie mit Strom versorgt werden. Bei 300 GW im Jahr 2050 könnte die Zahl auf mehr als 330 Millionen wachsen.
Dritter Nordsee-Gipfel in Hamburg
Seit Mittag beraten die Regierungschefs der Nordsee-Anrainer zum Thema Sicherheit. "Nicht erst seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine sehen wir zunehmende Angriffe auf unsere kritische Infrastruktur", sagte Reiche beim Gipfel. Stromnetze, Pipelines und wichtige Datenkabel, die für die digitale Souveränität des Kontinents von entscheidender Bedeutung seien, würden angegriffen. Deshalb sei erstmals die Nato hochrangig beim Gipfel vertreten.
Eingeladen zum Gipfel wurden Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und die Europäische Kommission sowie Island und die Nato. Der Gipfel wurde 2022 ins Leben gerufen, als Reaktion auf die russische Invasion in der Ukraine. Bereits 2023 wurde beschlossen, die Nordsee als "grünes Kraftwerk für Europa" auszubauen.
dpa(mtr)
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