• Britische Analystin sieht Oreschnik-Einsatz als "Warnschuss" an die Nato
  • Großbritannien stellt 200 Millionen Pfund für Auslandseinsatz in der Ukraine bereit
  • Die Ereignisse von gestern – 9. Januar 2026
  • Weitere Nachrichten und Podcast zum Ukraine-Krieg

19:59 Uhr | Britische Analystin sieht Oreschnik-Einsatz als "Warnschuss" an die Nato

Der Einsatz der russischen Hyperschallrakete Oreschnik im westukrainischen Lwiw könnte laut der britischen Verteidigungsanalysten Victoria Taylor als "Warnschuss des Kremls" gegen "ausländische Einmischung" durch westliche Verbündete in der Ukraine gelesen werden. In einer Sky News-Analyse verweist Taylor auf Verteidigungsexperten, denen zufolge die "Präsentation der Fähigkeiten der Rakete – Geschwindigkeit, Reichweite und Überlebensfähigkeit – die eigentliche Botschaft der Russen" sei. Laut Taylor schätzt das Royal United Services Institute die Geschwindigkeit der Oreschnik auf Mach 10, womit die Rakete Großbritannien in 10 Minuten erreichen könne. Die Gesamtreichweite betrage 5.500 Kilometer. (Quelle: Sky News)

17:59 Uhr | Raketen-Einschlag in Charkiw gemeldet

In der nordostukrainischen Großstadt Charkiw haben die Behörden einen Raketen-Einschlag gemeldet. Wie Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mitteilte, wurde ein Objekt der Infrastruktur und ein Mehrfamilienhaus getroffen. Das Ausmaß der Schäden war zunächst unklar. (Quelle: dpa)

17:45 Uhr | Verletzte bei Lenkbomben-Einschlag in Slowjansk

Bei einem Bombenangriff auf die ostukrainische Stadt Slowjansk sind nach Angaben ukrainischer Behörden sieben Zivilisten verletzt worden. Wie die ukrainische Staatsanwaltschaft der Region Donezk mitteilte, warf das russische Militär eine gelenkte Fliegerbombe vom Typ Fab-250 auf die Stadt ab. Der Ballungsraum Slowjansk-Kramatorsk ist die letzte Bastion im Gebiet Donezk, die die ukrainischen Kräfte noch kontrollieren. (Quelle: dpa)

17:37 Uhr | UN-Sicherheitsrat tagt Montag zu russischem Oreschnik-Angriff

Der UN-Sicherheitsrat wird sich nach ukrainischen Angaben am Montag in einer Dringlichkeitssitzung mit dem jüngsten russischen Großangriff befassen. Dabei sei auch eine ballistische Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt worden, teilte Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X mit. "Bei dem Treffen wird es um die eklatanten Verstöße Russlands gegen die UN-Charta gehen", schrieb Sybiha. Eine Stellungnahme der Regierung in Moskau lag nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters zunächst nicht vor. Russland gehört zu den Veto-Mächten im Sicherheitsrat. (Quelle: Reuters)

16:45 Uhr | Selenskyj: Verhandeln mit USA über Rahmen für Kriegsende

Die Ukraine und die USA verhandeln nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über die Bedingungen für eine Beendigung des Krieges. Chefunterhändler Rustem Umjerow habe mit US-Vertretern gesprochen, schrieb Selenskyj auf Telegram. "Wir tauschen uns fast jeden Tag mit der amerikanischen Seite aus." (Quelle: Reuters)

14:55 Uhr | Ukraine meldet Treffer auf Öllager in Wolgograd

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben bei einem Angriff in der Nacht zum Samstag das Öllager Schutowskaja in der südrussischen Oblast Wolgograd getroffen. Der Gouverneur von Wolgograd hatte zuvor gemeldet, ein Öldepot in der städtischen Siedlung Oktjabrski sei durch Drohnen-Trümmer getroffen worden, woraufhin ein Barnd ausgebrochen sei. Das Gebiet Wolgograd grenzt nicht an die Ukraine, sondern liegt im russischen Hinterland. (Quelle: Reuters)

13:12 Uhr | Strom und Heizung in Kiew zur Reparatur trotz Kälte abgeschaltet

Das Stromnetz in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist der Stadtverwaltung zufolge für Reparaturarbeiten abgeschaltet worden. Daher seien Wasser- und Wärmeversorgung sowie der elektrisch betriebene öffentliche Nahverkehr ebenfalls ausgefallen, heißt es auf Telegram. Wie lange die Reparaturarbeiten andauern, ist unklar. Nach dem jüngsten russischen Angriff am Freitag war die Hälfte der Wohnblocks in Kiew ohne Heizung. In Kiew herrscht derzeit eisige Kälte mit Temperaturen von minus zehn Grad und weniger. (Quelle: Reuters)

12:05 Uhr | Stromausfall in Region Belgorod – 600.000 Haushalte betroffen

Nach einem ukrainischen Drohnenangriff sind in der russischen Region Belgorod nach Angaben des Gouverneurs 600.000 Menschen ohne Strom. Wjatscheslaw Gladkow schrieb auf Telegram, an der Wiederherstellung werde gearbeitet, die Lage sei jedoch äußerst schwierig. Aufnahmen von Reuters in der Stadt Belgorod zeigen, dass die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet war und die Anwohner sich mit Taschenlampen und Autoscheinwerfern den Weg suchten. Das Verteidigungsministerium sprach mittlerweile von 67 abgeschossenen ukrainischen Drohnen. Die an die Ukraine grenzende Verwaltungsgebiet Belgorod wird regelmäßig von der Ukraine angegriffen. (Quelle: Reuters)

09:34 Uhr | Russisches Öldepot getroffen

Das russische Verteidigungsministerium hat den Abschuss von 59 ukrainischen Drohnen gemeldet. Elf Flugapparate seien dabei noch über dem Schwarzen Meer, zehn weitere über der südrussischen Region Krasnodar abgefangen worden. Allerdings gab es auch auf russischer Seite Schäden. So wurde nach Angaben des Gouverneurs von Wolgograd in der städtischen Siedlung Oktjabrski ein Öldepot von Drohnentrümmern getroffen. Dort sei ein Brand ausgebrochen, die Löscharbeiten hielten an. Wegen der Flammen mussten die Anwohner in Sicherheit gebracht werden. (Quelle: dpa)

09:23 Uhr | Verletzte in Ukraine nach Luftangriffen

Bei erneuten gegenseitigen Drohnenangriffen zwischen Russland und der Ukraine hat es in der Nacht Verletzte und schwere Schäden gegeben. In der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk wurden nach Angaben von Gouverneur Olexandr Hanscha drei Menschen verletzt – ein Mann in der Gebietshauptstadt Dnipro sowie ein Mann und eine Frau in der Großstadt Krywyj Rih. Dort seien wegen der Attacke Brände ausgebrochen, schrieb er bei Telegram. "Die Infrastruktur wurde beschädigt. Es gab Stromabschaltungen." Auch in Dnipro selbst gebe es Schäden an Energieanlagen und dementsprechend Probleme mit der Stromversorgung. Eine Garagenanlage sei in Mitleidenschaft gezogen worden. 27 Drohnen habe die Flugabwehr dabei abfangen können, schrieb Hanscha. (Quelle: dpa)

05:09 Uhr | Nach massiven russischen Angriffen kommt der UN-Sicherheitsrat am Montag zusammen

Nach russischen Angriffen auf Kiew kommt der UN-Sicherheitsrat am Montag zu einer Dringlichkeitssitzung zur Ukraine zusammen. "Russland hat mit seinen Angriffen auf Zivilisten und zivile Infrastruktur in der Ukraine ein neues erschreckendes Ausmaß an Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit erreicht", erklärte der ukrainische UN-Botschafter Andrij Jermak in einem Schreiben, in dem er um die Einberufung der Sitzung bittet.

Der Antrag der Ukraine wurde von Frankreich, Großbritannien, Lettland, Dänemark, Griechenland und Liberia unterstützt. Russland hatte Kiew am Freitag massiv angegriffen – dabei starben vier Menschen. In mehr als 6.000 Wohnhäusern fiel zudem bei Minusgraden die Heizung aus. (Quelle: AFP)

00:30 Uhr | Großbritannien stellt 200 Millionen Pfund für Vorbereitung von Ukraine-Einsatz bereit

Großbritannien stellt umgerechnet 230 Millionen Euro für die Vorbereitung einer möglichen Truppenentsendung in die Ukraine bereit. Verteidigungsminister John Healey sagte bei einem Besuch in Kiew, mit dem Geld sollen unter anderem Fahrzeuge und Kommunikationssysteme modernisiert sowie der Schutz vor Drohnen verbessert werden. Die britischen Soldaten sollen Teil einer multinationalen Truppe sein, die im Falle eines Waffenstillstands zum Einsatz kommen soll.

Großbritannien, Frankreich und die Ukraine hatten in dieser Woche eine Absichtserklärung unterzeichnet, die die Entsendung von Truppen auf ukrainischem Territorium nach einer Waffenruhe vorsieht. Russland lehnt die Stationierung ausländischer Soldaten in der Ukraine entschieden ab.
(Quelle: Reuters, AFP)

00:05 Uhr | Die Ereignisse gestern – 9. Januar 2026

Zum zweiten Mal seit Beginn des Krieges hat Russland eine Hpyerschallrakete vom Typ Oreschnik auf die Ukraine abgefeuert. Die Mittelstreckenrakete schlug in der westukrainischen Großstadt Lwiw ein. Ukrainische Behörden gehen davon aus, dass die Rakete nur mit Sprengstoff-Attrappen oder sogenannter inerter Munition (Munition ohne Sprengkopf) bestückt gewesen. Darauf deuten Einschlagsspuren hin.

Der Raketenangriff war Teil einer großen nächtlichen Drohnenattacke Russlands auf mehrere Städte darunter auch auf die Hauptstadt Kiew. Dort wurden mindestens vier Menschen getötet. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge standen bei den landesweiten Luftschlägen Energieanlagen und Drohnenfabriken im Fokus. Gleichzeitig sei der Großangriff auch als Reaktion auf einen versuchten Drohnenangriff auf eine Residenz von Präsident Putin Ende Dezember zu verstehen. Die Regierung in Kiew weist die russischen Vorwürfe als "Lüge" zurück.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, mit schweren Luftangriffen im Winter gezielt große Städte unbewohnbar machen zu wollen. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko rief unterdessen die Bewohner der ukrainischen Hauptstadt auf, die Stadt vorläufig zu verlassen, wenn sie außerhalb von Kiew über andere Möglichkeiten zum Bezug von Strom und eine warme Unterbringung verfügen sollten. Nach den russischen Luftangriffen ist die Versorgung mit Strom, Wärme und Wasser für tausende Wohnungen in Kiew zusammengebrochen. Dort herrschen derzeit eisige Temperaturen bei Minus 17 Grad.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Samstag, 10. Januar 2026

Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke