- In Kiew haben Spitzenvertreter der EU gemeinsam mit anderen europäischen Staatschefs in Kiew der Kriegsopfer gedacht.
- Guterres nennt Krieg einen "Schandfleck"
- Wadephul: Ukraine muss zuerst mit Russland sprechen
- Die Ereignisse gestern - 23. Februar 2026
- Weitere Nachrichten und Podcast zum Ukraine-Krieg
12:45 Uhr | Ukraine importiert trotz Streit mit der Slowakei Strom aus dem Ausland
Die Ukraine importiert trotz Drohungen aus dem EU-Staat Slowakei weiterhin Strom aus ihren Nachbarländern. Der ukrainische Netzbetreiber Ukrenergo teilte mit, der Strom fließe entsprechend der Kapazitätsauktionen aus allen angrenzenden EU-Staaten sowie der Republik Moldau.
Hintergrund ist ein Streit um russische Öllieferungen. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hatte gestern angekündigt, sein Land werde keinen Notstrom mehr in die Ukraine exportieren, solange kein Öl durch die Druschba-Pipeline in sein Land fließe.
Die Ölflüsse durch die Druschba-Pipeline nach Ungarn und in die Slowakei sind seit dem 27. Januar unterbrochen. Eine Lösung könnte jedoch bevorstehen: Dem slowakischen Wirtschaftsministerium zufolge soll der Öltransit am 25. Februar wieder aufgenommen werden. (Quelle: Reuters)
12:18 Uhr | Selenskyj drängt auf Freigabe milliardenschwerer EU-Kredite
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf die Verabschiedung des milliardenschweren Kreditpakets der Europäischen Union für die Ukraine gepocht, das Ungarn derzeit blockiert. "Dies ist eine echte finanzielle Garantie für unsere Sicherheit und unsere Widerstandsfähigkeit, und es muss umgesetzt werden", sagte Selenskyj in einer Videoansprache vor dem Europäischen Parlament in Brüssel.
Geplant war eigentlich, am heutigen vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine im EU-Parlament den Weg für die Finanzhilfen freizumachen. Doch das Darlehen wurde noch nicht von den Außenministern der EU-Länder gebilligt, weil Ungarn sich dagegen stemmt. Die Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orban begründet die Haltung damit, dass Ungarn derzeit über die durch die Ukraine führende Druschba-Pipeline kein russisches Öl mehr bekommt. Darüber hinaus verweigert das Land die Zustimmung zum 20. Sanktionspaket der EU gegen Russland. (Quelle: dpa)
11:40 Uhr | EU-Spitze gedenkt in Kiew der Kriegsopfer mit einer Schweigeminute
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa haben gemeinsam mit anderen europäischen Staats- und Regierungschefs in Kiew der Opfer des Krieges gedacht. Zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stellten sie vor einer Ehrenformation Windlichter an einem provisorischen Gedenkort auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz in Kiew auf. Anschließend hielten sie für eine Gedenkminute inne.
Zuvor hatte Selenskyj zusammen mit seiner Ehefrau Olena Selenska die ausländischen Gäste an der historischen Sophienkathedrale offiziell empfangen. Vertreter fast aller Konfessionen des osteuropäischen Landes beteten im Beisein der Staatsgäste für einen Sieg der Ukraine im Krieg mit Russland und für einen "gerechten Frieden". (Quelle: dpa)
10:18 Uhr | Russland meldet Einnahme eines Dorfes in ukrainischer Region Saporischschja
Das russische Verteidigungsministerium meldet die Einnahme des Dorfes Risdwjanka in der zentralukrainischen Region Saporischschja. Die ukrainischen Streitkräfte seien aus der Ortschaft verdrängt worden, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Moskauer Ministerium. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (Quelle: Reuters)
10:00 Uhr | Nato-Generalsekretär Rutte fordert mehr Hilfen für Ukraine
Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat die Verbündeten zur weiteren Unterstützung der Ukraine aufgerufen. "Die Ukraine braucht mehr, denn reine Hilfsversprechen beenden keinen Krieg", sagte Rutte am Dienstag in Brüssel. Ein EU-Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro steckt derzeit wegen Widerstands aus Ungarn fest.
Ungarn hat nicht nur ein Veto gegen weitere Russland-Sanktionen eingelegt, sondern auch gegen eine EU-Entscheidung, die wichtige Finanzhilfen für die Ukraine ermöglichen soll. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul glaubt nicht, dass Ungarn und die Slowakei ihre Blockade neuer EU-Sanktionen gegen Russland auf Dauer durchhalten können. (Quelle: AFP, dpa)
09:50 Uhr | Friedensgebete für die Ukraine mit Bundespräsident Steinmeier
Am vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit Geistlichen verschiedener Konfessionen für den Frieden gebetet und der hunderttausenden Opfer gedacht. Der katholische Prälat Karl Jüsten sagte, die Andacht sei ein Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen in der Ukraine. Gewalt dürfe nicht das letzte Wort haben. "Die Gewalt wird auch nicht das letzte Wort haben."
Auch die evangelische Prälatin Anne Gidion erinnerte an die Verzweiflung in der Ukraine, die aber verbunden sei mit Mut zum Leben. "Wie lange reicht diese Kraft noch?", fragte die Theologin. Die Menschen in Deutschland dürften nicht abstumpfen. Denn: "Es kann anders werden", sagte Gidion. (Quelle: dpa)
09:49 Uhr | Geflohen aus Russland: Über die Lage der "Relokanten"
Als Wladimir Putin im Zuge des Überfalls auf die Ukraine Reservisten für den Kriegseinsatz mobilisierte, löste er eine riesige Fluchtwelle aus. Diese war so groß, das im Russischen ein eigenes Wort entstand für die, die aus dem Land flohen: "Relokanten". Hören Sie mehr dazu im Audio.
08:13 Uhr | Selenskyj: Putin hat Ukrainer nicht gebrochen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat zum vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine erklärt, der russische Präsident Wladimir Putin habe seine Kriegsziele nicht erreicht. "Er hat die Ukrainer nicht gebrochen. Er hat diesen Krieg nicht gewonnen", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. "Wir haben die Ukraine bewahrt und werden alles tun, um Frieden zu erreichen – und um sicherzustellen, dass Gerechtigkeit herrscht."
Nach vier Jahren Krieg hält die russische Armee rund 20 Prozent des ukrainischen Territoriums besetzt. In dem Krieg wurden hunderttausende Soldaten und zehntausende Zivilisten getötet. (Quelle: AFP)
07:31 Uhr | Fünf Verletzte bei russischen Drohnenangriffen auf Saporischschja
Bei nächtlichen russischen Drohnenangriffen auf die südostukrainische Stadt Saporischschja sind nach Behördenangaben fünf Menschen verletzt worden. Die ukrainische Katastrophenschutzbehörde (DSNS) schrieb von Angriffen auf "zahlreiche Einrichtungen" in der Stadt, unter den Verletzten sei ein Kind.
An einem der Einschlagsorte sei eine Drohne in eine an ein neunstöckiges Wohngebäude angrenzende Fabrik eingeschlagen. Der dadurch ausgelöste Brand habe sich über 200 Quadratmeter ausgebreitet. (Quelle: AFP)
Update 06:53 Uhr | EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen in Kiew angekommen
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist am vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine in Kiew eingetroffen. Sie sei in der ukrainischen Hauptstadt, um "unseren anhaltenden Einsatz für den gerechten Kampf der Ukraine zu unterstreichen", schrieb von der Leyen am Morgen im Onlinedienst X. Sie wolle "dem ukrainischen Volk wie dem Aggressor" eine "deutliche Botschaft" senden: "Wir werden nicht nachgeben, bis der Frieden wiederhergestellt ist. Frieden zu den Bedingungen der Ukraine." (Quelle: AFP)
05:40 Uhr | EU-Spitze zum Jahrestag in Kiew
Zum vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine reisen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa nach Kiew. Gemeinsam mit weiteren europäischen Staats- und Regierungschefs wollen sie an einer Gedenkzeremonie teilnehmen und ihre Unterstützung für die Ukraine bekräftigen. Zudem ist ein Besuch beschädigter Energieanlagen geplant.
Überschattet wird der Besuch von Blockaden innerhalb der Europäische Union: Ungarn und Slowakei verhindern neue Russland-Sanktionen sowie ein 90-Milliarden-Euro-Darlehen für Kiew. Streitpunkt ist unter anderem die unterbrochene Druschba-Pipeline. Möglich ist vorerst nur ein kleineres Nothilfepaket für die Energiesicherheit. (Quelle: dpa)
04:22 Uhr | UNHCR warnt vor Erschöpfung der Menschen in der Ukraine
Das UNHCR warnt vor zunehmender Erschöpfung in der Ukraine. Der Krieg habe keine Familie unberührt gelassen, sagte UNHCR-Vertreterin Bernadette Castel-Hollingsworth. Rund 3,7 Millionen Menschen seien binnenvertrieben. Etwa 14 Prozent der Wohnhäuser – mehr als drei Millionen – gelten als beschädigt oder zerstört. Besonders ältere Menschen blieben trotz Gefahr nahe der Front in ihren Häusern. (Quelle: KNA)
01:13 Uhr | Explosion nahe Moskauer Bahnhof – Polizist getötet
Bei einer Explosion nahe dem Sawjolowoer Bahnhof in Moskau ist nach Behördenangaben ein Polizist getötet worden. Ein Mann habe in der Nacht einen Sprengsatz gezündet und sei dabei selbst ums Leben gekommen, teilte das russische Innenministerium mit. Zwei weitere Polizisten wurden verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Die Hintergründe des Vorfalls sind noch unklar. (Quelle: AFP)
00:57 Uhr | UN-Generalsekretär fordert sofortigen Waffenstillstand
Zum vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres einen sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand gefordert. Der Krieg sei ein "Schandfleck" und bedrohe weiterhin den internationalen Frieden. Guterres verwies auf die hohe Zahl ziviler Opfer. 2025 sei bislang das Jahr mit den meisten getöteten Zivilisten. (Quelle: dpa)
00:23 Uhr | Wadephul signalisiert Gesprächsbereitschaft mit Moskau
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat sich zu Gesprächen mit Russland über ein Ende des Ukraine-Kriegs bereit gezeigt, zugleich aber weitere Zugeständnisse ausgeschlossen. Entscheidend sei, dass zunächst die Ukraine selbst spreche. Man werde Moskau nicht "hinterherbetteln", sagte er mit Blick auf Präsident Wladimir Putin. Zudem forderte Wadephul Ungarn auf, sein Veto gegen neue EU-Sanktionen und das 90-Milliarden-Euro-Darlehen für Kiew zurückzunehmen. (Quelle: dpa)
00:05 Uhr | Die Ereignisse gestern – 23. Februar 2026
Ungarn hat bei einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel eine geplante Verschärfung der Russland-Sanktionen verhindert. Zudem bestätigte die Regierung kurz vor dem vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine ihr Veto gegen ein milliardenschweres EU-Darlehen für Kiew. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte nach dem Treffen: "Das ist ein Rückschlag und eine Botschaft, die wir heute nicht senden wollten."
Die unterbrochenen Öllieferungen über die Druschba-Pipeline in die Slowakei sollen am Mittwoch wieder anlaufen. Über die Verzögerung habe die ukrainische Seite den Netzbetreiber Transpetrol informiert, teilte das slowakische Wirtschaftsministerium mit. Die Regierung in Bratislava hatte im Streit um die Lieferungen zuvor angeordnet, die Nothilfe für das ukrainische Stromnetz einzustellen.
Kiew rechnet mit einer weiteren Gesprächsrunde zur Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Diese könnte nach Angaben des Stabschefs von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Kyrylo Budanowaus, bereits in dieser Woche stattfinden. Zudem stellte Budanow einen erneuten Gefangenenaustausch mit Russland in Aussicht, der ebenfalls noch in dieser Woche erfolgen könnte.
Der Wiederaufbau der Ukraine wird in den kommenden zehn Jahren nach internationaler Schätzung rund 588 Milliarden US-Dollar (etwa 498 Milliarden Euro) kosten. Das teilten die ukrainische Regierung, die Weltbank-Gruppe, die Europäische Kommission und die Vereinte Nationen mit. Die Summe entspricht fast dem Dreifachen des für 2025 erwarteten ukrainischen Bruttoinlandsprodukts.
00:00 Uhr | Ukraine-News von Dienstag, 24. Februar 2026
Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.
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