Inhalt des Artikels:
- Ursache des Tatra-Unfalls noch ungeklärt
- Protestierende fordern Aufklärung des Tatra-Bahn-Unfalls
- Rücktritte nach Unfall mit Tatra-Bahn
In Sarajewo protestierten am Montag den vierten Tag in Folge Einwohner der Stadt auf den Straßen. Nach einem tödlichen Unfall mit einer Tatra-Straßenbahn im Zentrum der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina fordern sie umfangreiche Konsequenzen aus dem Unglück.
Ursache des Tatra-Unfalls noch ungeklärt
Vergangenen Donnerstag war im Zentrum von Sarajewo eine alte Tatra-Bahn entgleist. Bei der Fahrt um eine Kurve sprang sie aus der Schiene und raste in eine belebte Haltestelle. Ein Student starb noch am Unfallort, eine 17-jährige Schülerin wurde lebensgefährlich verletzt. An dieser Stelle sei es schon öfter vorgekommen, dass Straßenbahnen entgleisten, zitieren bosnische Medien Passanten am Unglückstag.
Die Unfallursache ist bisher ungeklärt. Der zwischenzeitlich festgenommene Fahrer der verunglückten Tatra-Bahn ist wieder auf freiem Fuß. Die Gewerkschaft der Straßenbahnfahrer hält laut einer Stellungnahme technisches Versagen für die Unfallursache. Die regionale Staatsanwaltschaft ließ verlauten, sie gehe von menschlichem Versagen aus.
Protestierende fordern Aufklärung des Tatra-Bahn-Unfalls
Seit vergangenen Freitag versammelten sich laut Medienberichten täglich um 12 Uhr bis zu mehrere Tausend Menschen an der Unglücksstelle nahe dem Landesmuseum von Bosnien und Herzegowina. Zu den Protesten hatten unter anderem informelle Studentengruppen über die Sozialen Netzwerke aufgerufen. Eine von ihnen fordert die transparente Aufklärung des Unfalls, den Rücktritt aller Verantwortlichen, eine gründliche Wartung aller alten Straßenbahnen und die Modernisierung des städtischen Nahverkehrs.
Proteste in Sarajewo nach dem tödlichen Unfall mit einer Tatra-Bahn.Bildrechte: IMAGO/Anadolu AgencySarajewo ist seit Jahren dabei, sein Schienennetz sowie seinen Fuhrpark zu modernisieren. Neben modernen Stadler Rail-Fahrzeugen aus der Schweiz sind bisher auch noch Tatra-Bahnen aus tschechoslowakischer Produktion in Betrieb.
Rücktritte nach Unfall mit Tatra-Bahn
Am Sonntag, drei Tage nach dem Unfall, trat der Vorsitzende der Regionalregierung (Kanton Sarajewo) Nihad Uk zurück. Er wolle damit die politische Verantwortung für den Unfall übernehmen, teilte Uk in einer Stellungnahme mit. Auch der Chef der Nahverkehrsbetriebe Sarajewo ist zurückgetreten.
Radiosarajevo, Vijesti.ba, N1 Bosna, FTV (usc)
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