In Sachsen hat sich die Vogelgrippe (auch Geflügelpest genannt) seit Herbst 2025 stark ausgebreitet. Wie das Gesundheitsministerium auf MDR SACHSEN-Anfrage mitteilte, sind seit Oktober rund 594.000 Tiere verendet oder mussten gekeult werden. Damit erlebt Sachsen den schwersten Ausbruch seit Jahren.
Landkreis Meißen: Schwerpunkt des Ausbruchs
Am stärksten betroffen ist bisher der Landkreis Meißen. Dort mussten allein in der Gemeinde Ebersbach im Dezember rund 550.000 Legehennen gekeult werden oder starben an den Folgen der Krankheit. Dazu kam ein weiterer Fall in einem Putenbetrieb mit 8.180 Tieren. Mehr als 90 Prozent aller bisher registrierten Fälle in Sachsen konzentrieren sich auf diesen Landkreis.
Mehr als 90 Prozent der seit Oktober in Sachsen mit Geflügelpest registrierten Tiere waren Hühner. (Symbolbild)Bildrechte: picture alliance / Karl-Josef Hildenbrand/dpa | Karl-Josef29.000 Puten im Landkreis Leipzig gestorben
Auch im Landkreis Leipzig wurden mehrere Fälle gemeldet: In Grimma traf es rund 6.600 Gänse, in Geithain Anfang 2026 etwa 29.000 Puten. Kleinere private Geflügelhaltungen waren unter anderem in Wermsdorf (Kreis Nordsachsen) und Hohendubrau (Kreis Görlitz) betroffen.
Geflügelpest in Zoos: Verluste in Leipzig und Chemnitz
Die Vogelgrippe hat auch mehrere sächsische Zoos beziehungsweise Tierparks betroffen. In Leipzig sind - ebenfalls im Dezember - neun Pelikane gestorben oder wurden getötet.
Ende Januar wurden im Chemnitzer Tierpark den Angaben zufolge 67 Enten, Gänse und Hühner positiv getestet. Für Zoos bedeutet der Ausbruch besondere Herausforderungen, da sich Wild- und Zootiere kaum vollständig voneinander trennen lassen.
Im Landkreis Leipzig fiel ein Rotmilan der Seuche zum Opfer. (Symbolbild)Bildrechte: picture alliance / ZB | Jens BüttnerAusbreitung bei Wildvögeln - noch unbestätigte Verdachtsfälle
Auch bei Wildvögeln zeigt sich ein dynamisches Geschehen. Seit Herbst 2025 gab es 51 bestätigte Nachweise in Sachsen. Besonders häufig betroffen waren:
- Wild- und Graugänse
- Schwäne
- Kraniche
- Möwen
Hinzu kommen Raubvögel wie Rotmilan, Uhu oder Bussard, die sich vermutlich über infizierte Aasfunde angesteckt haben. In 22 weiteren Fällen liegt die Bestätigung durch das Friedrich-Loeffler-Institut noch aus.
Ende Januar ist bei einem Teil der am Olbasee verendeten Schwäne die Vogelgrippe nachgewiesen worden. (Archivbild)Bildrechte: LausitznewsDeutliche Zunahme im Vergleich zum Vorjahr
Der aktuelle Ausbruch fällt deutlich schwerer aus als im Vorjahreszeitraum: Zwischen Oktober 2024 und September 2025 wurde nach Angaben des Gesundheitsministeriums lediglich ein Fall in einer Geflügelhaltung und sieben Fälle bei Wildvögeln gemeldet.
MDR (jwi)
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