Der Hitzeschild ist eines der sicherheitskritischsten Bauteile der Kapsel. Beim Wiedereintritt in unsere Erdatmosphäre wirken Temperaturen von mehreren tausend Grad Celsius und extreme mechanische Belastungen auf das Raumschiff. Platzt dabei Material unkontrolliert ab oder entstehen größere Risse, kann die darunterliegende Struktur stärker erhitzt werden. Im schlimmsten Fall drohen lokale Überhitzungen oder ein fortschreitender Materialverlust, der die Schutzwirkung des Schildes beeinträchtigt und damit die Sicherheit der Crew gefährden könnte. 

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Nach Analysen des letzten Vorfalls erklärte die Nasa, die Ursache identifiziert zu haben. Demnach habe die veränderte Bauweise des Hitzeschilds – eine Blockstruktur statt der wabenartigen Konstruktion aus der Apollo-Ära, dazu geführt, dass sich Gase im Material stauten und so lokale Schäden verursachten. Da der Hitzeschild für Artemis II bereits vor Abschluss der Untersuchung gefertigt und installiert war, entschied sich die Raumfahrtbehörde gegen einen Austausch. Stattdessen wurde das Wiedereintrittsprofil der Mission angepasst: Die Kapsel soll in einem steileren, weniger ausgeprägten Manöver zur Erde zurückkehren, um die Dauer maximaler Hitzeeinwirkung zu verkürzen. 

Diese Entscheidung sorgt in der Raumfahrtgemeinschaft für kontroverse Diskussionen. Ehemalige Nasa-Astronauten und -Experten warnen aktuell davor, dass selbst begrenzte Abplatzungen ein kritisches Risiko darstellen könnten. Andere Fachleute, darunter der frühere Astronaut Danny Olivas, der an der Untersuchung beteiligt war, halten die getroffenen Maßnahmen hingegen für ausreichend. Die Nasa selbst weist die Bedenken zurück und betont, dass die modifizierte Flugbahn zusätzliche Sicherheitsmargen schafft. Auch der neue Nasa-Administrator Jared Isaacman erklärte zuletzt, man habe das Risiko auf Basis umfangreicher Datenanalysen neu bewertet und sehe die Crew von Artemis II nicht in Gefahr. Gleichzeitig kündigte die Raumfahrtbehörde an, dass künftige Artemis-Missionen mit weiter optimierten Hitzeschild-Technologien ausgestattet werden sollen.

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