• Tausende Wohnhäuser in Kiew ohne Strom und Wasser
  • Die Ukraine plant, Luftabwehr umzubauen
  • Die Ereignisse gestern – 19. Januar 2026
  • Weitere Nachrichten und Podcast zum Ukraine-Krieg

19:21 Uhr | Klitschko: 600.000 Menschen haben Kiew verlassen

Rund jeder sechste Bewohner der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist dem Aufruf von Bürgermeister Vitali Klitschko zur vorübergehenden Evakuierung gefolgt. Klitschko sagte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP, dass 600.000 der 3,6 Millionen Einwohner die Stadt seit dem 9. Januar verlassen hätten. Angesichts der verschärften russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur hatte Klitschko zur vorübergehenden Evakuierung aufgerufen.

Nach einem russischen Angriff in der Nacht zum Dienstag war bei fast der Hälfte der Wohnungen in Kiew bei zweistelligen Minusgraden Strom und Heizung ausgefallen. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj sind mehr als eine Million Haushalte ohne Strom, in mehr als 4.000 Wohnblocks gebe es keine Heizung. Am 9. Januar hatte die russische Armee ihren bislang heftigsten Angriff auf die Energieinfrastruktur der ukrainischen Hauptstadt ausgeführt. (Quelle: AFP)

18:39 Uhr | AKW Tschernobyl laut Kraftwerksleiter wieder am Netz

Das ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl ist laut dem Kraftwerksleiter nach russischen Angriffen wieder ans Stromnetz angeschlossen worden. Der Leiter des AKWs, Serhij Tarakanow, erklärte, alle Anlagen des Kraftwerks würden mit Energie versorgt. Das Energieministerium in Kiew teilte mit, "das Kraftwerk ist mit den notwendigen Treibstoffvorräten und funktionierenden Reservestromquellen für den Fall neuer (russischer) Angriffe ausgestattet". Die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hatte zuvor gemeldet, dass die gesamte Stromversorgung in dem havarierten Atomkraftwerk infolge russischer Angriffe unterbrochen worden sei. Im rund 100 Kilometer nördlich von Kiew gelegenen Atomkraftwerk Tschernobyl war am 26. April 1986 ein Reaktor explodiert. Die Überreste des Kernkraftwerks sind von einer inneren Strahlungsschutzhülle aus Stahl und Beton umgeben. (Quelle: dpa, AFP)

17:29 Uhr | Ukraine benötigt Hunderte Milliarden Euro für Armee

Für den Unterhalt der ukrainischen Armee sind nach Angaben der Regierung innerhalb der nächsten zehn Jahre mehrere Hundert Milliarden Euro notwendig. Der für die EU- und Nato-Integration zuständige ukrainische Vizeregierungschef Taras Katschka sagte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos: "Wenn sich die Situation nicht ändert, das heißt das aggressive Verhalten Russland bezüglich Europas und der Welt, dann kann das in den nächsten zehn Jahren bis zu 700 Milliarden US-Dollar (gut 600 Milliarden Euro) kosten". Wirtschaftsminister Olexij Sobolew zufolge handelt es sich bei der Summe um Verteidigungsausgaben, die nicht im ukrainischen Etat festgeschrieben sind – und somit von außerhalb kommen müssen. Den dazu kommenden ukrainischen Anteil aus dem Haushalt an den Verteidigungsausgaben der kommenden zehn Jahre bezifferte er auf umgerechnet 425 Milliarden Euro. (Quelle: dpa)

13:36 Uhr | Ehemaliges AKW Tschernobyl vom Stromnetz abgeschnitten

Das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl ist nach russischen Luftangriffen vom Stromnetz abgeschnitten worden. Das berichtete die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) auf der Plattform X. Zu einer möglichen Notversorgung, etwa durch Generatoren, sagte die Organisation zunächst nichts. Mehrere für die nukleare Sicherheit wichtige Umspannwerke seien am Dienstagmorgen von großflächigen Militäraktionen betroffen gewesen, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi mit. Dies habe nicht nur Auswirkungen auf Tschernobyl, sondern auch auf die Stromversorgung anderer Kernkraftwerke. (Quelle: dpa)

12:45 Uhr | Selenskyj knüpft Besuch in Davos an Bedingungen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Reise zum Weltwirtschaftsforum in Davos an Bedingungen geknüpft. Er werde nur dann in die Schweiz reisen, wenn dort Dokumente über Sicherheitsgarantien mit den USA sowie einen Wiederaufbauplan unterzeichnet werden könnten. Zunächst sei er in Kiew geblieben, um sich um die Folgen eines neuen schweren Luftangriffs Russlands zu kümmern. Dieser habe über Nacht die Heizungsversorgung für etwa die Hälfte der Wohngebäude in der Hauptstadt lahmgelegt. Zudem habe es die Ukraine 80 Millionen Dollar gekostet, ihn abzuwehren. (Quelle: Reuters)

10:00 Uhr | Russland greift Ukraine mit über 300 Drohnen an

Russland hat die Ukraine nach Behördenangaben in der Nacht mit mehr als 300 Drohnen angegriffen. Zudem seien eine erhebliche Zahl ballistischer Raketen und Marschflugkörper eingesetzt worden, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Online-Plattform X. Erst einen Tag zuvor habe die Ukraine Luftverteidigungsraketen erhalten, was zur Stärkung der Abwehr beigetragen habe. Es würden aber dringend weitere Lieferungen benötigt. "Die Partner dürfen in dieser Hinsicht nicht nachlassen - Luftverteidigungsraketen sind ein echter Schutz für die Menschen." (Quelle: Reuters)

Update 09:52 Uhr | Nach Luftangriff hunderttausende Haushalte ohne Strom – ein Toter

Nach einem russischen Luftangriff ist in Mehr als 335.000 Haushalten in Kiew bei zweistelligen Minusgraden der Strom ausgefallen. Nach Angaben des Energiekonzerns DTEK ist rund die Hälfte mittlerweile wieder am Netz. Wie Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mitteilte, sind darüber hinaus "5.635 Wohngebäude ohne Heizung". Zudem sei in weiten Teilen der Stadt die Wasserversorgung unterbrochen. In Kiew herrschten am Morgen Temperaturen von bis zu minus 14 Grad. Wie Regionalgouverneur Mykola Kalaschnyk mitteilte, wurde bei dem Angriff in der Region um Kiew ein Mann getötet. Zudem seien zwei Tankstellen beschädigt worden. Auch in der Region Odessa wurde den Behörden zufolge eine Energieanlage beschädigt, in der Hafenstadt Tschornomorsk ein mehrstöckiges Wohngebäude und in der westlichen Region Winnyzja eine Anlage der kritischen Infrastruktur attackiert. (Quelle: AFP, Reuters)

09:33 Uhr | Ukrainischer Außenminister bittet nach russischem Angriff um weitere Unterstützung

Nach dem russischen Luftangriff hat der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha dringend um weitere Unterstützung für sein Land gebeten. Es sei ein "barbarischer" Schlag" gewesen, der ein Weckruf für die Staats- und Regierungschefs beim Weltwirtschaftsforum in Davos sein müsse, schreibt Sybiha auf der Online-Plattform X. "Wir brauchen dringend zusätzliche Energiehilfe, Flugabwehr und Abfangraketen sowie Sanktionsdruck auf Moskau." (Quelle: Reuters)

00:20 Uhr | Ukraine will Luftabwehr umbauen – Selenskyj warnt vor massivem russischen Angriff

Nach wochenlangen, verheerenden russischen Luftangriffen auf Infrastruktur und Energieversorgung will die Ukraine ihre Luftabwehr umbauen. Dabei werde großes Gewicht auf Abfangdrohnen gelegt, kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj an. Es gehe um einen neuen Ansatz, der mobile Einheiten, Abfangdrohnen und andere Abwehrmaßnahmen mit kurzer Reichweite umfasse. Federführend bei der Entwicklung solle Pawlo Jelisarow werden, der deswegen zum neuen stellvertretenden Befehlshaber der Luftwaffe ernannt wurde.

Der Präsident rief die Bevölkerung zu höchster Wachsamkeit auf: "Russland hat einen Angriff vorbereitet, einen massiven Schlag, und wartet auf den Moment, ihn auszuführen." Jede Region müsse bereit sein, so schnell wie möglich zu reagieren und den Menschen zu helfen. Bereits am Wochenende hatte Selenskyj gewarnt, der ukrainische Geheimdienst habe festgestellt, dass Russland neue Angriffsziele auskundschafte. Im Fokus seien Ziele wie Umspannwerke, die Kernkraftwerke mit Strom versorgen.

Die Ukraine leidet noch immer unter den Folgen einer Welle russischer Angriffe von Anfang des Monats. Durch den Beschuss fielen in Tausenden Wohnblocks – vor allem in der Hauptstadt Kiew – Strom und Heizung aus. (Quelle: Reuters)

00:10 Uhr | Selenskyj: Ein Mörder ukrainischer Gefangener gefasst

Der Geheimdienst der Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Russen gefangengenommen, der für die Tötung von neun ukrainischen Kriegsgefangenen verantwortlich sein soll. Er soll die Tat im russischen Gebiet Kursk begangen haben, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. 

Details nannte Selenskyj nicht. Er beauftragte aber den stellvertretenden Chef des Geheimdienstes SBU, Olexander Poklad, nähere Einzelheiten öffentlich zu machen. Unklar blieb der Zeitpunkt der Tat. Selenskyj sprach vom vergangenen Oktober. Wahrscheinlich ist aber Oktober 2024 gemeint, als ein solcher Fall ans Tageslicht kam. Ukrainische Truppen waren im Sommer 2024 in das westrussische Gebiet Kursk vorgedrungen. Die russische Armee wehrte diese Offensive bis zum Frühjahr 2025 ab. 

Nach Angaben des Institute for War and Peace Reporting (IWPR) vom Januar kennt die Ukraine mehr als 330 Fälle, in denen ihre Soldaten bei der Gefangennahme durch russische Truppen getötet wurden. (Quelle: dpa)

00:05 Uhr | Die Ereignisse gestern – 19. Januar 2026

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die Region Odessa sind in der Nacht wieder Energieanlagen und ein Wohnhaus getroffen worden. Im Bezirk Odessa hat eine Drohne ein mehrstöckiges Wohnhaus getroffen und zwei Wohnungen beschädigt. Schaden nahm den Angaben zufolge auch eine nicht näher bezeichnete Einrichtung der "kritischen Infrastruktur".

Die fortgesetzten russischen Angriffe haben die Energieinfrastruktur der Ukraine nach Angaben des Auswärtigen Amtes in die Nähe "eines Kollaps" gebracht. Einem Sprecher zufolge stellte das deutsche Außenministerium noch einmal 60 Millionen Euro für humanitäre Hilfe zur Verfügung.

Russland richtet seinen Haushalt auch in diesem Jahr zu einem großen Teil auf die Kriegführung in der Ukraine aus. Nach eigenen Angaben werden 40 Prozent des Gesamtetats für Militär und Sicherheit ausgegeben.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Dienstag, 20. Januar 2026

Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

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