• US-Präsident Donald Trump nimmt in Davos an Gesprächen zu Grönland teil.
  • Trump hat private Nachrichten von Macron und Rutte veröffentlicht.
  • Der SPD-Politiker Adis Ahmetovic fordert einen anderen Umgang mit Trump.

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos sind Gespräche zu den US-amerikanischen Annexionsplänen für Grönland geplant. US-Präsident Donald Trump teilte auf seiner Internet-Plattform "Truth Social" mit, er habe während eines Telefonats mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte einem Treffen zugestimmt.

Trump soll am Mittwoch eine Rede in Davos halten. Dabei will er auch seinen kostenpflichtigen "Friedensrat" vorstellen, der sich mit weltweiten Konflikten befassen soll. Insgesamt hat Trump rund 60 Staats- und Regierungschefs eingeladen, unter anderem den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Weil Frankreich die Teilnahme bereits abgesagt hat, drohte Trump mit Zöllen von bis zu 200 Prozent auf Champagner und französische Weine.

Trump postet private Nachrichten von Macron und Rutte

Der US-Präsident veröffentlichte auf "Truth Social" auch private Textnachrichten von Nato-Generalsekretär Mark Rutte sowie von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Aus der Nachricht von Macron geht hervor, dass er Trump ein Treffen der G7-Staaten in Paris am Donnerstag vorgeschlagen hat.

Trump postete zudem Beiträge, in denen er territoriale Ansprüche erhebt. So veröffentlichte er unter anderem ein Foto, das die Annexion Kanadas, Grönlands und Venezuelas durch die USA dargestellt. In der Vergangenheit hatte Trump bereits mehrfach öffentlich mit dem Gedanken gespielt, Kanada unter US-Kontrolle zu bringen. So solle das Nachbarland Teil der Vereinigten Staaten und der "51. Bundesstaat" werden. Der kanadische Premierminister Mark Carney hatte Trumps territorialen Ambitionen vergangenen Mai eine klare Absage erteilt.

"Anbiederungsstrategie" funktioniert bei Trump nicht mehr

Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Adis Ahmetovic, forderte ein Umdenken im Umgang mit den USA. Er sagte MDR AKTUELL, die Anbiederungsstrategie funktioniere bei Trump nicht mehr. Seit Beginn seiner Amtszeit vor einem Jahr sei klar, dass dem US-Präsidenten das liberale Europa nicht gefalle.

Deshalb müsse die EU nun dieselbe Sprache wie Trump sprechen. Die zuletzt angedrohten Zölle seien Sanktionen, auf die Europa ebenfalls mit Sanktionen reagieren müsse. Ahmetovic lobte deshalb, dass die EU über ein Paket im Rahmen von 93 Milliarden Euro gegen die USA verhandeln will, das unter anderem Zölle auf Whisky und Flugzeugteile vorsieht.

Das ganze Interview zum Nachhören:

Ahmetovic: Trump darf Grönland nicht gewaltsam annektieren

Es dürfe nicht passieren, dass Trump ein souveränes Land wie Grönland, das dem Königreich Dänemark zugeordnet sei, militärisch gewaltsam annektiere. "Das ist ein Stoppschild, denn das Königreich Dänemark ist nicht nur Teil Europas, sondern ein Staat der Europäischen Union und auch ein Nato-Staat."

Ahmetovic zufolge könnte, wenn Trump nicht einlenkt, eine sogenannte "Handelsbazooka", in der man alle Importe in die USA für eine bestimmte Zeit stoppt, ein weiterer Schritt sein. Damit sei es möglich die USA, falls der Konflikt weiter eskaliere, auch ökonomisch zu erpressen. Den Vorschlag aus Unionskreisen, die Fußballweltmeisterschaft in den USA zu boykottieren, hält er dagegen für "Schaufensterpolitik", die ein falsches Signal sende.

MDR (al, akq), AFP, dpa

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