Donald Trump will Grönland – um jeden Preis, wie er permanent wiederholt. Es ist eine Frage der Geopolitik, erklärt der frühere USA-Korrespondent Sebastian Hesse bei MDR Aktuell. Doch einige der Gründe, die er dafür nennt, sind nicht nur fragwürdig, sondern auch falsch. Geradezu Fake-News, wenn man Trumps eigene Worte dafür nutzen wollte.

Einer davon hat mit Geografie zu tun. Trumps Argument lautet: Wir müssen Grönland besitzen, sonst machen es China oder Russland – und wir wollen Russland auf keinen Fall als Nachbarn haben. Eine Antwort, bei der vermutlich nicht nur Geografielehrerinnen (und -lehrer) große Augen machen. Denn, dass die USA und Russland direkte Nachbarn sind, die nur wenige Kilometer Wasser trennt, steht seit 1867 fest. Am 30. März kauften die USA Alaska von Russland, für 7,2 Millionen Dollar. Zuvor hatte Russland noch größere Teile Nordamerikas als Kolonie betrachtet und besaß sogar Siedlungen im heutigen Kalifornien.

Genau in der Bildmitte stoßen die USA und Russland fast aufeinander. Nur wenige Kilometer Wasser trennen die Staaten an der Beringstraße, die während der letzten Eiszeit noch eine Landbrücke war.Bildrechte: Google Maps

Aber vielleicht überschätzt Trump auch die Größe von Grönland. Auf unseren Landkarten wirkt die Insel riesig, fast so groß wie Afrika. Doch das ist ein völlig verzerrtes Bild. Bei der beliebten Mercator-Projektion ist das besonders schlimm. In der Bildung, im Journalismus – und wie wir jetzt sehen auch in der Politik – ist das ungünstig. Denn in Wirklichkeit ist Grönland (2.166.000 km²) kleiner als Algerien (2.382.000 km²). Unsere Kollegen von Quarks haben das hier wunderbar dargestellt.

 

Vielleicht sollte das Weiße Haus endlich einen Globus anschaffen. Denn damit bekommt man einen Blick auf die Welt, wie sie wirklich ist.

Und was ist mit der Geschichte?

Gute Frage. Auch hier hat Trump wohl in der Schule geschwänzt oder nicht richtig aufgepasst bei amerikanischer Geschichte. In der gleichen Rede verwies der US-Präsident darauf, dass die Dänen nicht einfach ein Recht auf Grönland besitzen, nur weil sie vor 500 Jahren dort mit einem Boot gelandet sind.

Dafür gab es von Talkshow-Host Jon Stewart ("The Daily Show") ein wenig Nachhilfe-Unterricht.

gp

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke