- USA erwägen weitere militärische Optionen vor
- Maduro muss sich vor US-Justiz verantworten
- Trump sieht Machado nicht als Präsidentin
- 150 Flugzeuge und Helikopter beteiligt
- UN-Generalsekretär alarmiert
Die USA wollen nach den Worten von US-Präsident Donald Trump übergangsweise die Führung in Venezuela übernehmen. "Wir werden das Land so lange führen, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und umsichtigen Übergang gewährleisten können", sagte er bei einer Pressekonferenz in seiner Privatresidenz Mar-a-Lago in Florida. Wie genau eine US-Verwaltung Venezuelas aussehen soll, sagte Trump nicht. "Wir werden es mit einer Gruppe führen und wir werden sicherstellen, dass es ordentlich geführt wird".
USA erwägen weitere militärische Optionen vor
US-Militärflugzeuge stehen nach dem Angriff auf Venezuela auf dem Flughafen Jose Aponte de la Torre in Ceiba Puerto Rico.Bildrechte: picture alliance/dpa/AP | Alejandro GranadilloTrump betonte zudem, dass sich die USA alle militärischen Optionen vorbehielten, bis ihre "Forderungen in vollem Umfang erfüllt" seien. Die US-Marine bleibe in Position. Man fürchte sich auch nicht davor, Bodentruppen einzusetzen. Ansonsten beschrieb Trump die Militäraktion in Venezuela als "effektive und machtvolle Demonstration der Kompetenz des US-Militärs". Kein US-Soldat sei getötet worden, kein Stück Ausrüstung verloren gegangen.
Maduro muss sich vor US-Justiz verantworten
Zum Verbleib des von einer US-Eliteeinheit festgenommenen und in die USA gebrachten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro erklärte Trump, Maduro und seine Frau würden sich vor der US-Justiz verantworten müssen. Auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social veröffentlichte Trump ein Foto Maduros mit schwarzer Brille und Kopfhörern samt dem Kommentar: "Nicolas Maduro an Bord der USS Iwo Jima." Nach Angaben von US-Justizministerin Pam Bondi wurde Madudro bereits in New York angeklagt. Ihm würden unter anderem Verbrechen in Zusammenhang mit Drogenhandel vorgeworfen.
Trump sieht Machado nicht als Präsidentin
Zur Zukunft Venezuelas sagte Trump, US-Ölunternehmen sollten in Venezuela aktiv werden, um "anzufangen, Geld für das Land zu machen". Große US-Ölkonzerne sollten Milliarden Dollar investieren, um die "schwer beschädigte" venezolanische Öl-Infrastruktur zu modernisieren. Ziel sei es, das Land wirtschaftlich wiederaufzubauen. Eine Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten werde Venezuela "reich, unabhängig und sicher" machen.
Die venezulanische Oppositionspolitikerin Maria Corina Machado ist nach Ansicht von Trump allerdings kein geeignetes Staatsoberhaupt für Venezuela. Sie habe nicht die notwendige Unterstützung und den Respekt im eigenen Land, sagte er über die Friedensnobelpreisträgerin. Machado selbst hatte am Vormittag den Diplomat Edmundo Gonzalez als neuen Präsidenten des Landes vorgeschlagen.
150 Flugzeuge und Helikopter beteiligt
An der US-Militäraktion in Venezuela waren nach den Worten von US-Generalstabschef John Caine 150 Flugzeuge und Helikopter beteiligt. Die Operation sei monatelang durch die Geheimdienste vorbereitet worden. Man habe mit Geduld auf den richtigen Zeitpunkt gewartet, um das Überraschungsmoment zu nutzen und zivile Schäden so gering wie möglich zu halten. Bei der Operation sei ein US-Helikopter getroffen worden, aber flugtauglich geblieben. Die US-Operation wurde Caine zufolge erfolgreich beendet. Die US-Streitkräfte in der Region blieben aber in Alarmbereitschaft.
Rauch steigt nach nächtlichen Luftangriffen am Flughafen La Carlota auf.Bildrechte: picture alliance/dpa/AP | Matias DelacroixDie US-Militäraktion gegen Venezuela hatte Samstagnacht gegen 2 Uhr Ortszeit (7 Uhr deutscher Zeit) begonnen. Die Regierung rief einen landesweiten Ausnahmezustand aus und kündigte den massiven Einsatz aller militärischen Mittel an. Die US-Angriffe stellten eine Verletzung der UN-Charta dar. Ziel der USA sei es, sich die Bodenschätze – etwa die großen Ölvorkommen – Venezuelas anzueignen und einen Regierungswechsel zu erzwingen.
UN-Generalsekretär alarmiert
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich ob der Entwicklungen in Venezuela alarmiert. Die jüngsten Eskalation mit der Festnahme Maduros durch das US-Militär stellten einen gefährlichen Präzedenzfall dar und hätten potenziell weitreichende Folgen für die Region, erklärte ein UN-Sprecher.
Die Bundesregierung zeigte sich besorgt, ob des US-Militäreinsatzes in Venezuela. Das Auswärtige Amt erlies eine Reisewarnung für das südamerikanische Land und teilte mit: "Wir beobachten die Lage in Venezuela sehr aufmerksam und verfolgen die aktuellen Meldungen mit größter Sorge." Die französische Regierung kritisierte den US-Militäreinsatz in Venezuela als völkerrechtswidrig. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas rief zu "Zurückhaltung" und der Achtung internationalen Rechts auf.
Trump hatte Angriffe angekündigt
Maduro hatte der US-Regierung schon länger vorgeworfen, einen Machtwechsel in Venezuela erzwingen zu wollen. Er regiert seit 2013 zunehmend autoritär. Die USA haben das südamerikanische Land seit 2015 mit Sanktionen belegt. US-Präsident Trump hatte nach wiederholten US-Angriffen vor der Küste Venezuelas von der Möglichkeit von Angriffen auch auf das venezolanische Festland gesprochen.
Trump wirft Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Seit September griffen die US-Streitkräfte immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler im Ostpazifik und in der Karibik an.
dpa/epd/AFP/Reuters (kar, dni)
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke