Der Intendant des Hamburger Theaterfestivals, Nikolaus Besch, stellte das Programm der 18. Ausgabe des Events am Freitag im Schauspielhaus Hamburg vor. Mit acht gefeierten Produktionen in knapp vier Wochen wird es zeitlich die kompakteste Version seit Bestehen. Mehr als 600.000 Euro stellten private Förderer und Sponsoren zur Verfügung, das Budget von 1,3 Millionen Euro für das auch im vergangenen Jahr zu über 90 Prozent ausgelastete Ereignis finanziert sich zur anderen Hälfte aus dem Kartenverkauf. Bürgermeister Peter Tschentscher des für die Stadt Hamburg kostenlosen Festivals lobt als Schirmherr: „Das Hamburger Theaterfestival verbindet Theaterkunst und bürgerliches Engagement.“

Gegen die „Zombisierung“ der Gesellschaft

Die diesjährige Ausgabe des Theaterfestivals startet am 23. Mai mit „Der Schneesturm“ von Vladimir Sorokin. Der russische Autor lebt seit Jahren im Berliner Exil. Die Koproduktion vom Düsseldorfer Schauspielhaus mit den Salzburger Festspielen und der Kirll & Friends Company – über einen Arzt im erfolglosen Kampf gegen die „Zombisierung“ der Gesellschaft – wird in der surrealen Bühnenfassung von Kirill Serebrennikov am Thalia Theater gezeigt. Besch stellte danach sieben weitere von ihm ausgewählte Inszenierungen vor, die für jeweils zwei Aufführungen nach Hamburg kommen, zur hier genannten Premiere und am Folgetag.

Das zweite Stück aus Düsseldorf ist Shakespeares Tragödie „Richard III.“ – in der Regie von Evgeny Titov. Es wird am 27. Mai ebenfalls im Schauspielhaus gezeigt und zeigt einen Richard III. allein unter Frauen. Gespielt wird die Titelrolle vom so wandelbaren wie intensiven André Kaczmarczyk.

Zwei Produktionen vom Burgtheater Wien

Auch das Burgtheater Wien zeigt beim Festival zwei Produktionen: „Der Fall McNeal“ in der Regie von Jan Bosse diskutiert aktuelle Fragen um Kreativität und Künstliche Intelligenz (Schauspielhaus, 3. Juni) und schließt in gewisser Weise an den Richard III. an. Der Nobelpreisträger, der andere beklaut und die KI zur Hilfe nimmt, ist ebenfalls nicht gerade ein Sympathieträger. Felix Kammerer spielt den Sohn von McNeal, der von Joachim Meyerhoff verkörpert wird.

Der aus Film und Fernsehen ebenso wie von der Bühne bekannte Schauspieler Max Simonischek, Ehrenmitglied am Burgtheater, führt im St. Pauli Theater die Erzählung „Der Bau“ von Franz Kafka in Eigenregie als Solo auf (12. Juni).

Erste Aufführungen in der Bucerius Law School

„Romeo und Julia“ (Regie: Esa-Sophie Jach) aus dem Residenztheater München kommt am 10. Juni ins Schauspielhaus. „Die Ermittlung“ von Peter Weiss über den Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963 in der Regie von Burkhard C. Kosminski kommt in einer Produktion des Schauspiels Stuttgart und wird in der Bucerius Law School (20. Juni) gezeigt. Deren Helmut Schmidt Auditorium wird erstmals zur Bühne für das Theaterfestival.

Das Berliner Ensemble ist mit zwei Stücken im Thalia Theater vertreten: Brechts „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“ in der Regie von Dušan David Pařízek (9. Juni). Im Zentrum der Inszenierung stehen Kathleen Morgeneyer als Johanna und Stefanie Reinsperger als Fleischfabrikantin Mauler. Der Brief „De Profundis“ von Oscar Wilde, wird von Jens Harzer in der Regie von Oliver Reese als zweites Solostück des Festivals gespielt(14. Juni).

18. Hamburger Theaterfestival: 23. Mai bis 21. Juni, der Kartenvorverkauf startet am 16. Februar um 12 Uhr mittags

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