Die deutschen Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer haben die Bedeutung der Mond-Mission "Artemis 2" hervorgehoben. Gerst sagte MDR AKTUELL, es sei "großartig", dass Astronauten jetzt wieder in Richtung Mond flögen. Maurer betonte, dass bisherige Missionen etwa zur Internationalen Raumstation ISS kaum vergleichbar seien: Die ISS fliege nur nur in etwa 400 Kilometern Höhe, der Mond sei aber 400.000 Kilometer entfernt.
Gerst: Mond ist "achter Kontinent"
Mit der "Artemis 2"-Mission sollen noch in diesem Jahr erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Geplant ist, dass die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie ihr kanadischer Kollege Jeremy Hansen den Mond bei der etwa zehntägigen Mission umrunden. Der bislang letzte bemannte Mond-Flug war 1972 die US-Mission Apollo 17.
Gerst erklärte, bei vergangenen Missionen wie dem Apollo-Programm seien die technischen Möglichkeiten noch nicht so ausgeprägt gewesen. Auch habe es nicht immer genügend politische Unterstützung gegeben. Nun sei aber "viel Schwung in der Sache". Er bezeichnete den Mond als "achten Kontinent", den es nun zu entdecken gelte. Maurer ergänzte, die modernen Raketen seien technisch viel besser ausgestattet, dadurch erhöhe sich die Sicherheit.
Nach dem Mond soll der Mars folgen
Als erster Mensch betrat der US-Amerikaner Neil Armstrong im Jahr 1969 den Mond. Maurer betonte, Armstong habe damals eine Flagge aufgestellt, nun wolle man Forschung betreiben und viel lernen über das Universum. Schließlich wolle man künftig noch weiter hinaus fliegen. Das nächste Ziel sei dann der Mars.
Auch Gerst und Maurer zum Mond?
Auch Gerst und Maurer gehören zu den Schlüsselpersonen in den künftigen Raumfahrtplänen. Der 49-jährige Gerst absolvierte zwei Missionen zur ISS. In den Jahren 2014 und 2018 verbrachte er jeweils mehrere Monate im All. Auch Maurer gehört zur Reihe der Deutschen im All: Seine ISS-Mission "Cosmic Kiss" startete im November 2021 und endete im Mai 2022. Beide Astronauten kommen auch für eine künftige Mond-Mission in Frage.
Gerst betonte, die Mission "Artemis 2" sei zunächst eine Testmission. Eine der nächsten Missionen solle dann tatsächlich auf die Oberfläche des Mondes führen. Ziel sei, eine permanente Forschungsstation aufzubauen. Auch gehe es darum, Krater zu untersuchen, um die Wahrscheinlichkeit eines Asteroiden-Einschlags auf die Erde zu berechnen.
Ob er dann selbst bei einer künftigen Mond-Mission dabei ist, oder sein Kollege Maurer? "Wir würden uns beiden freuen, zu fliegen", sagte Gerst. Maurer hob auch die geopolitische Bedeutung einer solchen Mission hervor: Es gehe für Europa darum, in der Spitze mit dabei zu sein und sich unabhängiger aufzustellen.
Start von "Artemis 2" steht bevor
Die vier US-Astronauten, die an der jetzigen Mission teilnehmen, befinden sich unterdessen bereits in Quarantäne im texanischen Houston. Auch das Raketensystem für "Artemis 2", bestehend aus der Rakete "Space Launch System" und der "Orion"-Kapsel, steht bereits auf dem Startplatz des Weltraumbahnhofs Cape Canaveral in Florida.
Ursprünglich war bereits für dieses Wochenende ein unbemannter Bodentest von "Artemis 2" geplant, doch wegen des Winterwetters im US-Bundesstaat Florida musste der Startplan angepasst werden. Die US-Raumfahrtbehörde Nase teilte mit, der Bodentest könne frühestens Anfang kommender Woche durchgeführt werden. Der eigentliche Start könne danach frühestens am 8. Februar stattfinden.
MDR/dpa/AFP (mze)
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke