Riesige prähistorische Kängurus gaben das Hüpfen trotz ihres gigantischen Gewichtes von bis zu 250 Kilogramm nicht auf. Das hat ein australisch-britisches Forscherteam unter Leitung der Biologin Megan Jones von der University of Manchester herausgefunden. Frühere Studien waren davon ausgegangen, dass prähistorische Riesen-Kängurus mit einem Gewicht von mehr als 150 Kilo zu schwer für die mechanische Belastung ihrer Knöchel beim Hüpfen gewesen seien.
63 moderne und fossile Arten untersucht
Skelett der prähistorischen Riesenkänguru-Gattung Sthenurus.Bildrechte: Megan JonesJones und Kollegen untersuchten für die in Scientific Reports veröffentlichte Studie die Hintergliedmaßen von 63 modernen und fossilen Känguru- und Wallabiearten. Darunter waren auch Exemplare der ausgestorbenen Riesenkänguru-Gattungen Protemnodon und Procoptodon, die im Pleistozän lebten (vor 2,6 Millionen bis 11.700 Jahren). Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass die Mittelfußknochen aller Riesenkänguru-Arten robust genug waren, um der physischen Belastung durch das Springen standzuhalten. Auch seien ihre Fersenknochen breit genug gewesen, um die für das Springen erforderlichen dickeren und breiteren Knöchelsehnen aufzunehmen. Alles in allem waren die Hinterbeine aller prähistorischen Riesenkängurus demnach groß genug, um den Giganten das Hüpfen zu ermöglichen. Der Analyse zufolge hatten die Riesenkängurus kürzere und dickere Fußknochen, die Landungskräften standhalten konnten.
Springen war mehr für die Flucht
Fersenknochen des im Pleistozän lebenden Riesenkängurus Procoptodon goliah.Bildrechte: Pat Holroyd, UCMPDie jahrelange Forschungsmeinung, dass das Hüpfen prähistorischer Kängurus ab einem Gewicht von 150 Kilo aus mechanischen Gründen unmöglich gewesen sei, basiert nach Ansicht von Jones und Kollegen größtenteils auf einer unangebrachten Skalierung moderner Kängurus auf das Gewicht ihrer riesigen Vorfahren. Allerdings: Auch wenn die Hinterbeine aller prähistorischen Riesenkängurus robust genug waren, um hüpfen zu können, gehen die Studienautoren dennoch nicht davon aus, dass Springen ihr einziger Fortbewegungsmodus war. Ihre Körpergröße hätte dies, so die Annahme, über längere Strecken ineffizient gemacht. Die Forscher nehmen an, dass kurze, schnelle Hüpfer einigen riesigen Känguru-Arten jedoch geholfen haben könnten, Räubern wie dem ausgestorbenen Beutellöwen Thylacoleo zu entkommen.
Links/Studien
(dn)
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke