Drei Monate lang hat ein Forschungsteam der Universität Leeds die Mikroplastikverschmutzung an drei verschiedenen Messpunkten untersucht: Im ländlichen Wytham Woods, dem Vorort Summertown und der Stadt Oxford haben sie alle zwei bis drei Tage Proben entnommen.

Mikroplastik-Maximum im Wald

Die Analyse zeigte, dass die ländliche Region am stärksten belastet war. Bis zu 500 mikroskopisch kleine Plastikpartikel pro Quadratmeter und Tag haben sie demnach in einem Waldgebiet nachgewiesen und damit fast doppelt so viel wie in einer Probe aus dem Stadtzentrum.

Die Forschenden vermuten, dass Bäume und andere Pflanzen die Mikroplastikpartikel aus der Luft aufnehmen und ablagern. Denn frühere Studien hätten gezeigt, dass Mikroplastik über Wochen in der Luft schweben kann. Die kleinsten Partikel legten dabei Tausende Kilometer zurück und würden durch Luftströmungen transportiert.

Wytham Woods: In diesem Wald haben die Forschenden die vergleichsweise hohe Mikroplastik-Menge nachgewiesen.Bildrechte: University of Oxford

Je nach Wetterbedingungen sei die Partikelanzahl auch unterschiedlich ausgefallen. Sie habe zwischen 12 und 500 Partikeln pro Quadratmeter gelegen. Je höher der Luftdruck und damit auch je ruhiger und sonniger das Wetter gewesen sei, desto weniger Partikel hätten sich abgelagert. Aber auch bei Regen seien es weniger gewesen, dafür aber größere.

Masse auf dem Land – Vielfalt in der Stadt

Das Forschungsteam untersuchte nicht nur die reine Anzahl der Partikel, sondern auch, um welche Art und Größe es sich handelt. Während Wytham Woods die höchste Gesamtpartikelanzahl aufwies, wurde in der Stadt Oxford die größte Vielfalt an Partikelarten nachgewiesen. Insgesamt hätten die winzigsten unter ihnen dominiert: 99 Prozent der Partikel seien von der kleinsten Größe und damit für das Auge unsichtbar gewesen, bilanziert das Forschungsteam.

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Unterschiede gab es aber bei der Plastik-Art. Während in Wytham Woods die meisten Partikel aus Polyethylenterephthalat (PET), das in Kleidung und Lebensmittelverpackungen verwendet wird, bestanden hätten, sei es in Summertown vor allem Polythylen gewesen, aus dem Plastiktüten hergestellt werden. Und in Oxford selbst dominierte demnach mit Ethylenvinylalkohol ein Polymer, das häufig in mehrschichtigen Lebensmittelverpackungen, Komponenten von Kraftstoffsystemen und Industriefolien eingesetzt wird.

Links/Studien

Adediran, Gbotemi A. et. al.: Microplastics in the air: Weather and polymer influences on deposition trends across a rural–urban gradient. In: Environmental Pollution, Volume 388 (2026). DOI: 10.1016/j.envpol.2025.127388.

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