Das Wetter in Europa wird maßgeblich durch eine riesige Umwälzzirkulation im Nordatlantik (AMOC) geprägt. Vereinfacht gesagt, fließt warmes Wasser aus der Karibik über den Golfstrom nach Norden, kühlt sich im Nordatlantik ab und sinkt in die Tiefe. Am Grund des Ozeans strömt es wieder nach Süden, steigt wieder auf und der Kreislauf beginnt von neuem. Doch dieses Zirkulationsmuster wird seit Jahren schwächer. Eine neue Simulation, die den Zeitraum nach 2100 berechnet hat, kommt jetzt sogar zu dem Ergebnis, dass die Strömung komplett zusammenbrechen könnte.

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Grund dafür ist, dass das Wasser an der Oberfläche zu warm wird. Hinzu kommt, dass der Salzgehalt sinkt, weil immer mehr süßes Schmelzwasser aus Grönland und aus dem Nordpolarmeer das Ozeanwasser verdünnt. Die Studie, an der das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung beteiligt war, zeigt, dass bei einem Zusammenbruch der Zirkulation über 80 Prozent weniger Wärme über den Ozean nach Europa gebracht wird. Das könnte bedeuten, dass die Winter erheblich kälter werden und die Sommer deutlich trockener.

Größtes Problem: Laut der Berechnung bleibt nur noch wenig Zeit, die Umwälzzirkulation zu retten. Steigt der CO2-Gehalt durch menschliche Klimaemissionen weiter und wird ein bestimmter Kipppunkt überschritten, wird die Entwicklung unumkehrbar. Dann verstärken sich bestimmte Effekte wie die Erwärmung der Wasseroberfläche und die Eisschmelze gegenseitig. "In unseren Simulationen tritt der Kipppunkt in wichtigen Meeresgebieten des Nordatlantiks typischerweise in den nächsten Jahrzehnten ein. Das ist sehr bedenklich“, sagt Stefan Rahmstorf, Leiter der PIK-Forschungsabteilung Erdsystemanalyse und Co-Autor der Studie.

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Links/Studien

  • Drijfhout et.al.(2025): Shutdown of northern Atlantic overturning after 2100 following deep mixing collapse in CMIP6 projections. Environmental Research Letters

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