Bekannt aus Krimis, Kino und "Familie Bundschuh": Stephan Grossmann spielt im neuen Köln-"Tatort" einen Opernintendanten unter Druck.

Stephan Grossmann (54) ist ein Schauspieler, dessen Gesicht dem Fernsehpublikum seit vielen Jahren vertraut ist. Im neuen Kölner "Tatort" übernimmt der gebürtige Dresdner in der Folge "Die Schöpfung" die Rolle des Opernintendanten Darius Henning - einer Figur, die weniger durch Aktion als durch Verantwortung, Position und permanenten äußeren Druck geprägt ist.

Henning leitet die Kölner Oper in einer Phase anhaltender Unsicherheit. Das Haus wird seit mehr als zwölf Jahren saniert, der Neubau ist weiterhin nicht fertig, politische und finanzielle Fragen bestimmen den Alltag. Für den Intendanten bedeutet das vor allem eines: ständiges Abwägen. Ermittlungen wegen eines Mordes im Opernhaus drohen, den ohnehin fragilen Betrieb weiter zu verzögern - eine Situation, in der jedes Wort und jede Entscheidung Gewicht bekommt.

Dass Grossmann diese Rolle glaubwürdig ausfüllt, hängt auch mit seinem eigenen beruflichen Hintergrund zusammen. Er kommt vom Theater und war unter anderem auch am Berliner Ensemble tätig; zudem spielte er an verschiedenen Bühnen im deutschsprachigen Raum, darunter am Deutschen Theater Berlin. Die Strukturen solcher Häuser, das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Leitung, Politik und Finanzierung, kennt er aus eigener Erfahrung. Über die Rolle des Intendanten sagt Grossmann: "Jedes Mal steht der Intendant im Sturm der Finanzzwänge und politischen Bewegungen einer Stadt. Selten bleibt genügend Zeit für die eigentliche künstlerische Arbeit."

Daher kennt man das Gesicht von Stephan Grossmann seit vielen Jahren

Im Fernsehen ist Grossmann seit vielen Jahren regelmäßig zu sehen. Einer breiteren Zuschauerschaft ist er vor allem durch die ZDF-Reihe "Familie Bundschuh" bekannt, in der er als Hans-Dieter "Hadi" Schultze zum wiederkehrenden Ensemble gehört. Darüber hinaus wirkte er in zahlreichen weiteren Fernsehproduktionen mit, darunter auch in verschiedenen Krimi- und Serienformaten wie dem "Polizeiruf 110", "Der Kriminalist" oder "SOKO". Auch im "Tatort" war Grossmann bereits mehrfach in unterschiedlichen Rollen zu sehen. "Die Schöpfung" war bereits sein zehnter Einsatz in der beliebtesten Krimireihe der Deutschen.

Neben seiner Fernseharbeit stand Grossmann auch für Kinoproduktionen vor der Kamera. So war er zum Beispiel im Film "Der Staat gegen Fritz Bauer" zu sehen, der sich mit der juristischen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in der jungen Bundesrepublik befasst. Weitere Kinoproduktionen mit Grossmann sind "Wilma will mehr", "Exil", "Vorwärts immer!" oder "Er ist wieder da".

Für den Kölner "Tatort" greift Grossmann aber vor allem seine Theater-Erfahrungen auf. Sein Opernintendant ist kein dominanter Akteur, sondern jemand, der versucht, Abläufe zu stabilisieren und Kontrolle zu bewahren. Den Unterschied zwischen Film- und Theaterbetrieb beschreibt er selbst eher nüchtern: Während Filmteams projektbezogen zusammenarbeiten, seien Opern- und Theaterhäuser von langfristigen Anstellungen geprägt. Dort gehe es darum, viele Menschen über Jahre hinweg mitzunehmen und künstlerisch wie organisatorisch zusammenzuhalten.

So wird Darius Henning zu einer Figur, die exemplarisch für den Druck steht, unter dem kulturelle Institutionen arbeiten. Stephan Grossmann verleiht dieser Rolle eine sachliche, glaubwürdige Präsenz - zurückhaltend, klar konturiert und ganz auf die Funktion der Figur konzentriert. In "Tatort: Die Schöpfung" ist er damit ein prägender Teil eines Films, der weniger auf laute Effekte setzt als auf Strukturen, Verantwortung und die Folgen von Kontrollverlust.

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