- 5 von 5 Punkten
- Emotional dichter und bis zum Schluss packender Kriminalfall
Worum geht's in diesem "Tatort" aus Frankfurt?
Lebt Viktoria noch? Das hofft zumindest Anna Reiter (Maren Eggert), seit ihre damals dreijährige Tochter vor sechs Jahren verschwand. Denn bis heute gibt es keine Leiche. Die Polizei geht davon aus, dass die Kleine zusammen mit ihrem Vater Julian im Main ertrank und legte den Fall als mutmaßlichen erweiterten Suizid zu den Akten.
Maryam Azadi (Melika Foroutan) ermittelte damals bei der Vermisstenstelle und hat den Fall nicht vergessen. Als sich ein Obdachloser bei der Mutter meldet und behauptet, neue Hinweise auf Viktorias Verbleib zu haben, geht die Kommissarin dem nach. Doch kurz darauf ist der Mann tot – und Anna Reiter ist verschwunden. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Hamza Kulina (Edin Hasanovic) rollt Azadi den Fall neu auf und stößt auf eine mysteriöse Licht-Sekte.
Warum lohnt sich der "Tatort: Licht"?
"Eine Mutter sucht ihr Kind. Seit sechs Jahren sucht sie ihr Kind. Was sie braucht, ist Klarheit und Gewissheit. Schickst du sie nach Hause, wenn sie mit einem neuen Ansatz kommt?" Dieser Impuls von Kommissarin Azadi steht am Anfang der "Tatort"-Folge. Sie nimmt die Frau ernst und geht ihrem Ansatz nach – wider alle Vernunft. Maren Eggert, Fans der Krimireihe als Psychologin Frieda Jung aus dem Kiel-"Tatort" in bester Erinnerung, gelingt es, die Verzweiflung dieser Mutter spürbar zu machen. Man nimmt ihr den Impuls ab, sich an jeden Strohhalm zu klammern, der eine Spur zu dem Kind sein könnte. Es gehe ihm um "Hoffnung, die Menschen zum Handeln bringt, aber auch darum, wie blinde Hoffnung Grenzen überschreiten lässt", sagt Autor Senad Halilbašić über die Geschichte. Ein schönes Thema für die dunkle Jahreszeit.
Was stört?
Positiv formuliert ist "Licht" ein sehr dichter Film geworden. Man kann es aber auch anders betrachten: Die Geschichte ist bisweilen etwas überfrachtet. Worum geht es eigentlich beim Disziplinarverfahren gegen Hamza Kulina? Wie genau verschwand Viktoria vor sechs Jahren? Wodurch starb der Obdachlose? Und was hat es mit dieser ominösen Sekte auf sich? Für den Zuschauer ist es nicht immer einfach, allen Verästelungen der Handlung zu folgen.
Die Kommissare?
Im ersten Fall hat Hamza Kulina klargemacht, dass er seine Zeit in der Cold-Case-Unit nur als vorübergehend ansieht, nur solange sein Disziplinarverfahren läuft. Im Laufe dieser Folge wachsen er und Maryam Azadi dann zu einem echten Team zusammen – und eine gemeinsame Zukunft scheint am Ende nicht ausgeschlossen.
"Tatort": Die Höhepunkte aus 1000 Folgen
Mit ihm fing alles an: Am 29. November 1970 fuhr Hauptkommissar Paul Trimmel (Walter Richter, r.) mit dem Taxi nach Leipzig - und legte den Grundstein für den anhaltenden "Tatort"-Erfolg. Der erste von bislang über 1200 Fällen - und bei Weitem nicht der schlechteste. © NDR/Scharlau
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Nur wenige Wochen nach dem Debüt bestätigt das neue Frankfurter "Tatort"-Team im zweiten Fall seine Extraklasse. Schalten Sie ein.
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