Der Song "Last Christmas" machte ihn unsterblich: Wie George Michael zu einem der erfolgreichsten Künstler seiner Zeit wurde – trotz vieler Brüche in seinem Leben

Das Video zu seinem größten Hit zeigt ihn im schönsten Weihnachtsidyll: George Michael und sein Wham!-Partner Andrew Ridgeley verbringen die Feiertage mit ihren Freundinnen und Freunden auf einer Hütte in den Alpen; da wird der Baum geschmückt, im Schnee getollt, herumgeschmachtet. Und Michael singt: "Last Christmas, I gave you my heart, but the very next day, you gave it away ..." Unvergessen und seither in jedem Dezember wiederkehrend: Im Radio, im Kaufhaus, auf dem Weihnachtsmarkt – überall dudelt "Last Christmas".

Der Sänger hat sich damit ein Denkmal gesetzt, das niemals bröckeln wird. Als er den Song 1984 schrieb, ahnte man noch nicht, dass George Michael Männern zugetan war, Wham! sich trennen und er solo zum Weltstar werden würde – Drogenprobleme und Sexskandälchen inklusive. Vor neun Jahren, am 25. Dezember 2016, starb er an Herzversagen; mit nur 53 Jahren. Damals endete ein Leben, das mitunter rätselhaft war. George Michael hatte eine große Karriere, die er aber immer wieder selbst malträtierte. 

George Michael – ein geföhnter, gebräunter Popstar

Geboren unter dem Namen Georgios Kyriakos Panagiotou, Mutter Britin, Vater ein griechischer Gastronom, gründete Michael 1981 mit seinem Schulfreund Andrew Ridgeley die Band Wham!. Sie schuf einen ganz neuen Stil der Popmusik, hedonistisch, flirrend – und dann sahen die beiden ja auch noch so gut aus! George Michael wurde zu einer Pin-up-Figur – ein geföhnter, gebräunter Popstar, von Frauen und Männern zugleich verehrt. Wham! waren auf die Nummer eins der Charts abonniert, Songs wie "Wake Me Up, Before You Go-Go" oder "Club Tropicana" wurden Welthits. 

In George Michaels Werk findet sich kein schlechter Song. Vieles war genial, manches eigenwillig, aber nichts war nur für den schnellen Markt geschrieben oder so gleichgültig, wie es etwa Robbie Williams heute abliefert. Anders als Andrew Ridgeley emanzipierte er sich von "Wham!" und landete auch allein Hits – wie "I Want Your Sex", "Father Figure" oder "Freedom! 90", zu dem er 1990 ein legendäres Video drehte, in dem erst selbst nicht auftauchte: George Michael inszenierte die Supermodels Linda Evangelista, Naomi Campbell, Christy Turlington, Cindy Crawford und Tatjana Patitz in einer düster beleuchteten Wohnung, sie sprachen den Text des Songs mit den Lippen nach.

George Michael konnte aber auch mit großem Orchester auf Tournee gehen und Standards von Billie Holiday und Frank Sinatra auf Augenhöhe singen. Seine Musik war so stark, sein Ruhm so begründet, dass er sich animiert fühlte, Ende der 90er Jahre seine Homosexualität zu offenbaren und sich für die Rechte von Schwulen starkzumachen.

Gleichzeitig fing George Michael an, sich in Schüben zu zerstören. Er wurde mit Cannabis am Steuer erwischt, saß im Gefängnis, fiel auf der Autobahn aus einem Auto und unterbrach Ende 2011 seine letzte Tour wegen einer schweren Lungenentzündung. "Ich habe", sagte er einmal, "verschiedene Dinge gemacht, die ich besser nicht gemacht hätte."

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