Die Seniorenresidenz Coopers Chase wirkt wie der Inbegriff britischer Gemütlichkeit: Auf der Wiese grasen Lamas, in der Teestube klirren Tassen, im Gemeinschaftsraum warten Puzzles und Sudokus. Ein Ort der Ruhe – sollte man meinen. Doch vier Bewohner haben anderes im Sinn: Elizabeth, Ex-Geheimagentin, Ron, früher Gewerkschafter, Ibrahim, ein pensionierter Psychiater, und Joyce, eine ehemalige Krankenschwester, treffen sich jeden Donnerstag, um ungelöste Kriminalfälle zu diskutieren. Doch als einer der Eigentümer der Residenz ermordet aufgefunden wird, verwandelt sich die Idylle in einen Tatort.
Was wie eine ungewöhnliche Idee klingt, wurde zum Stoff eines internationalen Bestsellers. Richard Osmans Debütroman "Der Donnerstagsmordclub" verkaufte sich millionenfach und fand auch international ein großes Publikum. Jetzt ist er als Netflix-Verfilmung mit Helen Mirren, Pierce Brosnan, Ben Kingsley und Celia Imrie zu sehen.
Vom Fernsehgesicht zum Krimi-König
In Großbritannien war Richard Osman vor allem als Fernsehmoderator bekannt, bis er 2020 seinen ersten Roman schrieb. "Der Donnerstagsmordclub" machte ihn schlagartig zu einer festen Größe im Genre des "cosy crime" – einer Krimi-Art, die lieber auf Charme und Wärme setzt als auf brutale Handlungen. Die Geschichte um die vier Hobbydetektive aus Coopers Chase – einer englischen Grafschaft in Kent – umfasst inzwischen vier Bände und wird am 25. September um einen fünften ergänzt.

"Donnerstagsmordclub" Der größte britische Bucherfolg seit "Harry Potter": ein Treffen mit Autor Richard Osman
Für seine Krimi-Reihe knüpft Osman an die klassische "Wer hat es getan?"- Formel à la Agatha Christie an: mit Verdächtigen, falschen Fährten und einer Auflösung am Ende. Im ersten Band zieht die fast achtzigjährige Joyce neu in die Seniorenresidenz Coopers Chase ein und findet in Elizabeth, Ron und Ibrahim Mitstreiter, die sich nicht mit Bridge oder Spaziergängen zufriedengeben. Gemeinsam sind sie der "Donnerstagsmordclub". Eine Runde, die sich jeden Donnerstag im Puzzle-Zimmer trifft, um ungelöste Kriminalfälle durchzuspielen. Doch bald bleibt es nicht bei theoretischen Übungen: Als einer der Eigentümer der Seniorenanlage tot aufgefunden wird, geraten sie mitten in eine echte Mordermittlung.
Allerdings liegt der eigentliche Reiz des Buches nicht in den Mordfällen, sondern in seinen Protagonisten. Statt ältere Menschen als Randfiguren abzuschreiben, macht er sie zu Hauptdarstellern: scharfzüngig, leidenschaftlich und voller Neugier. Der Krimi zeigt so ein Bild vom hohen Alter, das nicht von Rückzug geprägt ist, sondern von der Lust am Leben. Damit wurde "Der Donnerstagsmordclub" zu einem Statement gegen Altersklischees.

Netflix setzt den "Donnerstagsmordclub" gekonnt um
Auch die Netflix-Adaption trifft genau den Ton der Krimis. Chris Columbus, Regisseur von Klassikern wie "Kevin – Allein zu Haus" und den ersten "Harry Potter"-Filmen, inszeniert die Mischung aus britischer Idylle, Humor und Krimispannung mit leichter Hand. Coopers Chase erscheint als prachtvolle Kulisse, irgendwo zwischen Country Club und Altersresidenz. Der Ort ist detailverliebt ausgestattet, mit holzvertäfelten Zimmern, gepflegten Gärten und den Lamas, die seelenruhig über das Gelände ziehen. Entscheidend bleibt jedoch auch in der Verfilmung das Ensemble: Mirren, Brosnan, Kingsley und Imrie spielen ihre Figuren mit Würde, Selbstbewusstsein und Witz. Für viele Fans war Mirren von Anfang an die Wunschbesetzung. Die Schauspielerin selbst wollte die Rolle unbedingt übernehmen: "Ich gehörte zu den Millionen begeisterter Leserinnen. Ich habe das Buch verschlungen und sofort gewusst, dass diese Figur zu mir passt", erklärte sie.

Neben den humorvollen Momenten spart der Krimi auch nicht an ernsten Themen: Demenz, Sterbehilfe und die Frage nach dem Altern. So wechseln sich Gelächter und Nachdenklichkeit, Leichtigkeit und Ernst immer wieder ab.
Mit dem "Donnerstagsmordclub" ist Richard Osman die Balance zwischen Spannung, Wärme und Humor gelungen. Die Netflix-Verfilmung beweist, dass der Krimi genauso gut auf dem Bildschirm funktioniert. Wer die Hobbydetektive in Aktion erleben möchte, kann ihnen ab dem 28. August bei Netflix beim Ermitteln zuschauen.
- Netflix
- Pierce Brosnan
- Helen Mirren
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