Ungünstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen und ein weiterhin herausforderndes Marktumfeld haben den Automobilhandel auch 2025 geprägt. Zwar konnten die Betriebe ihre Umsätze im Jahresvergleich erneut steigern, die Ertragslage verschlechterte sich jedoch weiter. Nach Hochrechnungen von RAW-Partner lag das Umsatzplus insgesamt bei rund 4,5 Prozent – bei zugleich sinkenden Deckungsbeiträgen und weiter rückläufigen Renditen.
Getragen wurde das Umsatzwachstum vor allem vom Fahrzeuggeschäft. Im Neuwagenbereich dürften die Erlöse um rund 4,9 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen haben, im Gebrauchtwagensegment um knapp 4,6 Prozent. Ursächlich dafür waren insbesondere eine höhere Zahl an Besitzumschreibungen sowie weiter gestiegene durchschnittliche Gebrauchtwagenpreise, wie Wirtschaftsprüfer Thomas Lutz in der neuen AUTOHAUS-Ausgabe schreibt.
Im Aftersales-Bereich setzte sich der Wachstumskurs zwar fort, verlor jedoch spürbar an Dynamik. Für das Werkstattgeschäft wurde ein Umsatzplus von rund 2,1 Prozent errechnet, für den Teilebereich von etwa 2,5 Prozent. Zwar bleibe die Werkstattauslastung auf hohem Niveau, und der alternde Fahrzeugbestand sorge weiterhin für stabile Serviceumsätze. Das Wachstum habe sich jedoch deutlich verlangsamt – auch als Folge der schwachen Neuwagenjahrgänge der vergangenen Jahre.
Deckungsbeitrag III auf breiter Front rückläufig
Deutlich trüber fällt das Bild bei Ertrag und Rendite aus. Die wirtschaftliche Situation des Handels hat sich 2025 im Vergleich zum Vorjahr weiter verschlechtert. Der Deckungsbeitrag III ging – mit Ausnahme des Neuwagengeschäfts – in allen Sparten zurück. Im Fahrzeughandel machte sich dabei die fortschreitende Normalisierung des Marktes bemerkbar. Lutz: "Kunden halten wieder stärker nach Rabatten Ausschau, sowohl beim Neu- als auch beim Gebrauchtwagenkauf."
Im Aftersales belasteten vor allem steigende Kosten. Insbesondere direkt zurechenbare Personal- und Betriebskosten drückten auf die Erträge. Entsprechend unterschiedlich entwickelten sich die Ergebnisbeiträge der einzelnen Bereiche. Während der Neuwagenbereich leicht zulegen konnte, verlor das Gebrauchtwagengeschäft an Anteil am Gesamt-Deckungsbeitrag. Das Aftersales-Geschäft steuerte dagegen mehr als 60 Prozent zum Gesamt-DB III bei – mit einem deutlich wachsenden Anteil des Werkstattbereichs.
Umsatzrendite fällt auf 1,1 Prozent
Unterm Strich führte die Kombination aus sinkenden Deckungsbeiträgen und weiterhin hohen indirekten Kosten zu einem weiteren Rückgang der Umsatzrenditen. Diese lagen 2025 branchenweit im Durchschnitt nur noch bei rund 1,1 Prozent. Damit bleibt das Jahr für viele Handelsbetriebe ein weiteres Übergangsjahr – mit steigenden Umsätzen, aber zunehmendem wirtschaftlichem Druck.
Was die RAW-Experten für das Handelsjahr 2026 erwarten, lesen AUTOHAUS-Abonnenten hier oder ab kommender Woche in der Printausgabe 1-2/2026.
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