Opel hat im abgelaufenen Jahr zeitweise unter dem allgemeinen Marktniveau gelegen. Für Deutschlandchef Patrick Dinger war das jedoch weniger Ausdruck struktureller Schwäche als vielmehr Folge einer bewussten strategischen Phase. "2025 war für Opel ein Jahr der strategischen Neuausrichtung", sagte Dinger im Gespräch mit AUTOHAUS. Mehrere zentrale Modellwechsel, vor allem im SUV-Segment, seien mit internen Optimierungen zusammengefallen – eine Kombination, die im ersten Halbjahr spürbar auf die Zulassungszahlen drückte.
Vor allem fehlten in dieser Phase die Volumenimpulse, die für Stabilität im Markt sorgen. Opel nutzte die Zeit nach eigenen Angaben jedoch gezielt, um Prozesse zu festigen und das Händlergeschäft verlässlich aufzustellen. "Mit dem nun vollständig erneuerten Modellportfolio präsentiert sich Opel deutlich breiter und schlagkräftiger als zu Jahresbeginn", betont Dinger.
Opel Astra (2026)
Die Trendwende kam im zweiten Halbjahr. Mit dem Hochlauf des neuen Frontera und des neuen Grandland schloss Opel die zuvor entstandenen Lücken. "Die Entwicklung zeigt deutlich, wie stark der Einfluss der neuen Modelle ist", so Dinger. Beide Baureihen hätten früh Traktion gewonnen und die Marke zurück auf Vorjahresniveau geführt. Seit der vollständigen Verfügbarkeit zeige sich Opel wieder mit einem stabilen Leistungsniveau im Markt.
Händlernetz "auf dem richtigen Weg"
Auch mit Blick auf das Händlernetz zieht der Opel-Deutschlandchef ein vorsichtig positives Fazit. Trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen sei das Netz "auf dem richtigen Weg". Ausschlaggebend seien die enge Abstimmung zwischen Hersteller und Betrieben sowie ein klar strukturiertes Produktangebot. Händler profitierten zunehmend von besserer Planbarkeit und transparenten Prozessen, die in den vergangenen Monaten weiter geschärft worden seien. Diese Kombination ermögliche wirtschaftliche Stabilität, selbst in einem volatilen Marktumfeld.
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Die aktuelle Marktphase beschreibt Dinger als herausfordernd, aber nicht überraschend. Hohe Preissensitivität, Transformation und eine gedämpfte Nachfrage prägten das Bild. "Transformation führt immer zu Verschiebungen im Kundenverhalten", erklärte er. Für Opel bedeute das vor allem, im Tagesgeschäft Stabilität zu sichern und zugleich die eigene Position im Markt auszubauen. Ein breit aufgestelltes Portfolio und eine hohe Transparenz gegenüber dem Handel seien dabei zentrale Faktoren.
Nach der Phase der Neuaufstellung sieht sich Opel damit wieder robuster aufgestellt. Die neuen Modelle liefern die notwendige Marktdynamik – und die geschärften Strukturen sollen dafür sorgen, dass diese Impulse künftig schneller und verlässlicher im Handel ankommen. Das komplette Interview mit Patrick Dinger lesen Sie ab kommender Woche in der AUTOHAUS-Ausgabe 1-2/2026.
Opel Grandland Electric Ultimate AWD
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