Die Süddeutsche Gelenkscheibenfabrik GmbH & Co. KG (SGF) mit Sitz in Waldkraiburg hat am vergangenen Mittwoch beim Amtsgericht Mühldorf am Inn ein Eigenverwaltungsverfahren beantragt. Das Unternehmen mit rund 500 Beschäftigten will sich auf diesem Weg sanieren.
Die Belegschaft wurde am Tag nach Antragstellung informiert, Löhne und Gehälter sind über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung abgesichert. Neben den drei deutschen Standorten – Waldkraiburg, Kraiburg am Inn und Hamm (Westfalen) – gehören zu SGF internationale Gesellschaften in Tschechien, den USA, Japan, China und Thailand. Diese sind von der Insolvenzsituation nicht betroffen. Im Jahr 2024 erzielte die Gruppe einen Umsatz von rund 110 Millionen Euro.
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Als Grund für die wirtschaftliche Schieflage nennt die Geschäftsführung die "allgemein schwierige Lage in der Automobilindustrie". Der Sanierungskurs soll nun unter Aufsicht eines vorläufigen Sachwalters fortgeführt werden.
Investor gesucht
"SGF hat in den letzten Monaten bereits auf die zuletzt immer größer werdenden Herausforderungen der Krisen reagiert und weitere Maßnahmen eingeleitet", erklärten die Geschäftsführer Arne Festerling und Josef Wimmer am Freitag. "Das Problem der SGF bestand zuletzt weniger auf der operativen Ebene, sondern mehr in der hohen Verschuldung und der damit verbundenen Kapitaldienstfähigkeit." Man sei aufgrund des tatkräftigen Personals weiterhin in der Lage, innovative Produkte Kunden zu entwickeln und zu fertigen. "Was wir brauchen, ist ein Investor, der die Potenziale hebt und zielgerichtet in die Gruppe investiert."
Das Amtsgericht Mühldorf bestellte Rechtsanwalt Michael Verken von der Kanzlei Anchor Rechtsanwälte zum vorläufigen Sachwalter. Der Investorenprozess wird bereits im vorläufigen Verfahren gestartet. Unterstützt wird das Management durch die Frankfurter Sanierungsexperten Jan Markus Plathner, Christoph Enkler und Sebastian Netzel von Brinkmann & Partner. Juristisch berät zudem ein Team um Hendrik Boss von Taylor Wessing.
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