Zum 65. Geburtstag hat sich Uwe Feser offiziell von der "vordersten Front" verabschiedet – doch von Ruhestand kann keine Rede sein. "Ich bin zwar Rentner, sitze aber immer noch in meinem Büro im Audi-Zentrum Schwabach", sagt er augenzwinkernd. Für ihn sei es selbstverständlich, einige Projekte noch zu begleiten und zugleich ein kerngesundes Unternehmen an die nächste Generation zu übergeben.
Die Feser-Graf Gruppe wuchs in den vergangenen Jahrzehnten vor allem durch eine klare Ausrichtung auf Geschäftswagen und den Gebrauchtwagenhandel. Flankierend gab es aufmerksamkeitsstarke Marketingaktionen in großen Zeitungen, mit denen das Unternehmen früh überregionale Präsenz zeigte und sich einen Namen machte.
Wachstum mit klarer Strategie
"Wir haben damals ganzseitige Anzeigen in der Süddeutschen Zeitung geschaltet, das war unser Schlüssel zum Erfolg", erinnert er sich. Diese Mischung aus Vertriebskraft und Mut zur Sichtbarkeit legte den Grundstein für die Expansion, die heute bis ins Luxusauto-Segment reicht. "Lamborghini war der erste Schritt ins ganz große Premium, dann kamen Bentley, McLaren und jetzt Ferrari", erzählt Feser.
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Gerade Ferrari sei für ihn mehr als ein Prestigeprojekt: "Ferrari ist ein starkes Markenstatement, das nicht nur kaufkräftige Kundschaft anzieht, sondern auch die eigene Unternehmensmarke Feser-Graf weiter aufwertet." Gleichzeitig betont er, dass Größe allein nicht der Maßstab sein dürfe: "Man sollte sich auf jeden Fall breiter aufstellen, aber es muss handelbar bleiben."
Nachfolge klar geregelt
Dass die Gruppe auch künftig in seinem Sinne geführt wird, hat Feser früh vorbereitet. "Es war für die Kinder schon immer klar, und ich habe sie immer mitgenommen und kleine Aufgaben gegeben", sagt er. Heute leiten Tochter Kathrin und Sohn Max eigenständig wichtige Bereiche – sie verantwortet Leads-Management und Digitalisierung, er die Marken und den Gebrauchtwagenvertrieb. Die Expansion sei für ihn abgeschlossen, die Aufgabe der nächsten Generation liege vielmehr darin, Strukturen schlanker zu machen und neue Ideen einzubringen. "Expansion macht keinen Sinn mehr, wir wollen unsere Prozesse verschlanken – und die nächste Generation soll das mit ihren Ideen fortführen", so der Unternehmer.
Im Podcast blickt Feser auch auf die Veränderungen im Handel. Während er einst mit persönlichen Beziehungen und großem Einsatz im direkten Kundengeschäft gewachsen ist, zählt heute vor allem digitale Sichtbarkeit und Effizienz. "Früher war alles viel persönlicher. Heute läuft alles über das Internet", sagt er.
Auch die Arbeitswelt habe sich gewandelt: "Früher war es kein Thema, dass wir jeden Samstag gearbeitet haben. Heute ist das für viele junge Leute nicht mehr vorstellbar." Parallel verändert die Elektromobilität das Aftersales-Geschäft grundlegend. "Wir verkaufen im Jahr zwischen 350.000 und 400.000 Liter Öl – das fällt irgendwann weg. Da muss man sich Gedanken machen, womit man künftig in der Werkstatt Geld verdient."
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