Viele Laptops und Mini-PCs wirken im Alltag flott – bis es ans Spielen in hohen Auflösungen, aufwendigen Videoschnitt oder KI-Anwendungen geht. Dann zeigt sich schnell, dass die integrierte Grafikeinheit der limitierende Faktor ist. Statt den kompletten Rechner auszutauschen, lässt sich die fehlende Grafikpower jedoch auslagern: Externe Grafikkarten, sogenannte eGPUs, bringen eine vollwertige Desktop-Grafikkarte per Kabel an den mobilen Rechner.
Das Prinzip dahinter ist einfach: Im Gehäuse steckt eine PCIe-Grafikkarte, die per Thunderbolt mit dem Laptop verbunden wird. So entsteht eine Art Dock, das Grafikleistung bereitstellt und den vorhandenen Rechner auf Wunsch in eine kleine Workstation verwandelt. Gerade wer sein Gerät unterwegs wegen Gewicht und Laufzeit schätzt, zu Hause oder im Büro aber deutlich mehr Reserven braucht, kann mit einer eGPU beide Welten verbinden.
Damit dieses Zusammenspiel funktioniert, müssen allerdings einige technische Punkte zueinander passen. Im Mittelpunkt steht der Anschluss: Externe Grafikkarten werden per Thunderbolt angeschlossen. Ältere Modelle nutzen Thunderbolt 3, neuere Varianten Thunderbolt 4 oder 5, die mehr Daten übertragen und das Notebook häufig nebenbei mit Strom versorgen. Ob der eigene USB-C-Port tatsächlich Thunderbolt beherrscht, verrät in der Regel ein Blitzsymbol am Gerät oder ein Blick ins Datenblatt.
Daran knüpfen Fragen nach Netzteil, Platzangebot und Alltagstauglichkeit an. Moderne High-End-GPUs kommen auf rund 300 Watt Leistungsaufnahme, entsprechend muss das Gehäuse oder das eingebaute Netzteil genug Reserven mitbringen. Viele aktuelle Grafikkarten sind zudem drei Slots breit und über 30 Zentimeter lang – das eGPU-Gehäuse muss diese Abmessungen ausdrücklich unterstützen.
Externe Grafikkarte: maximale Freiheit fürs Aufrüsten
Wer gern selbst Hand anlegt, greift zu leeren eGPU-Gehäusen. Ein Beispiel ist die Sonnet eGPU Breakaway Box 750ex, die mit ihrem 750-Watt-Netzteil auch leistungsstärkere Karten versorgen kann. Innen bietet das Gehäuse einen PCIe-Slot für eine Desktop-Grafikkarte, außen erfolgt die Anbindung an den Rechner über Thunderbolt 3. Je nach Variante ergänzen zusätzliche USB-Ports und ein Netzwerkanschluss das Paket und erweitern den Rechner um weitere Schnittstellen.
Der Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass sich die Grafikkarte frei wählen und später problemlos austauschen lässt. Für den Einstieg bietet sich etwa eine GeForce RTX 4060 Ti von Nvidia an, die ein gutes Verhältnis aus Preis, Leistung und Stromverbrauch bietet und die Leistungsreserven der Box nicht überstrapaziert.
Wer mehr Reserven für WQHD-Gaming oder aufwendigen Videoschnitt benötigt, kann zu einer Radeon RX 7800 XT von AMD greifen. Beide Modelle stehen hier exemplarisch für die obere Mittelklasse: Sie sind schnell genug für aktuelle Spiele und viele Kreativ-Workflows, ohne bei Stromaufnahme und Abwärme gleich das Maximum auszureizen.
Modularer Ansatz mit Thunderbolt 5: Razer Core X V2
Noch modularer ist das Razer Core X V2. Das Gehäuse setzt auf Thunderbolt 5 und richtet sich an Nutzende, die ihren Laptop oder einen kompakten PC möglichst nah an Desktop-Leistung heranführen wollen. Im Inneren ist Platz für große PCIe-Grafikkarten mit mehreren Slots Breite, also auch für viele aktuelle High-End-Modelle.
Anders als viele eGPU-Boxen bringt das Core X V2 kein festes Netzteil mit. Stattdessen kommt ein ATX-Netzteil zum Einsatz, das Käufer selbst auswählen und montieren. Auf diese Weise lässt sich die Stromversorgung passend zur gewählten Grafikkarte dimensionieren. Über das Thunderbolt-5-Kabel laufen anschließend Daten- und Bildsignale, gleichzeitig kann das Notebook darüber geladen werden – im Alltag genügt also ein einziges Kabel zwischen Rechner und Gehäuse.
In dieses Gehäuse passen beispielsweise eine GeForce RTX 5070 oder eine GeForce RTX 5080 von Nvidia. Diese Modelle stehen stellvertretend für die 5000er-Serie: Sie liefern genug Reserven für WQHD- und 4K-Gaming mit Raytracing sowie für anspruchsvolle Kreativ-Workflows und KI-Anwendungen, ohne die Anforderungen an Netzteil und Kühlung im Core X V2 zu sprengen.
Das Core X V2 richtet sich damit klar an technisch interessierte Anwendende. Wer sich mit PCIe-Steckern, TDP-Werten und Treibern auskennt, erhält ein flexibles System, das sich mit neuen Grafikkarten weiter aufrüsten lässt, ohne das Gehäuse selbst austauschen zu müssen.
Komplettlösung mit RTX 5090: Leistung ohne Schrauberei
Wer dagegen keine Lust auf Netzteile, Schrauben und Kompatibilitätslisten hat, greift zu einer Komplettlösung. Ein Vertreter dieser Kategorie ist die Gigabyte Aorus GeForce RTX 5090 AI Box 32G, die über Thunderbolt 5 angebunden wird. In diesem Paket steckt eine GeForce RTX 5090 in einem kompakten Gehäuse, inklusive Kühlung und Stromversorgung; nach außen stehen mehrere Display-Ausgänge bereit.
In der Praxis ist die Inbetriebnahme entsprechend unkompliziert: Die Box wird mit Notebook oder Mini-PC verbunden, die Treiber werden installiert, und anschließend steht die volle Grafikleistung zur Verfügung. Das Set eignet sich für 4K-Gaming mit Raytracing ebenso wie für KI-Workloads und Anwendungen wie Videoschnitt oder 3D-Rendering, die stark von GPU-Leistung profitieren.
Der Komfort hat allerdings seinen Preis: Die Gigabyte Aorus GeForce RTX 5090 AI Box 32G kostet deutlich mehr als ein leeres Gehäuse plus selbst gewählte Grafikkarte. Für viele Anwendende bleibt die modulare Kombination daher wirtschaftlich attraktiver – insbesondere, wenn bereits eine passende GPU vorhanden ist.
Fazit: Bedarf und Bastelbereitschaft entscheiden
Externe Grafikkarten sind heute eine vielseitige Aufrüstlösung, mit der sich vorhandene Rechner gezielt verlängern und aufwerten lassen. Leere Gehäuse wie die Sonnet-Box oder das Razer Core X V2 bieten viel Freiheit bei der Wahl von Karten, verlangen im Gegenzug aber technisches Verständnis und etwas Bastelbereitschaft.
Komplettlösungen wie die Aorus RTX 5090 AI Box von Gigabyte nehmen die Arbeit ab und liefern maximale Leistung aus einer Hand, kosten dafür jedoch deutlich mehr. Wer vor dem Kauf klärt, wie viel Leistung tatsächlich gebraucht wird und wie viel Schrauberei in Ordnung ist, findet schnell die eGPU-Lösung, die wirklich zum eigenen Alltag passt.
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