Die ARD-Komödie "Damen" erzählt von Freundschaft, Herkunft und Liebe im multikulturellen München.

Manchmal ist das Leben einfach zu viel für eine Person allein. Die Münchnerin Maya (Salka Weber), Mitte 30, kann davon ein Lied singen. In der ARD-Komödie "Damen", die am 18. Februar um 20:15 Uhr im Rahmen des FilmMittwochs im Ersten ausgestrahlt wird und bereits in der ARD Mediathek abrufbar ist, kämpft sie sich durch einen Alltag, der an allen Ecken und Enden ausfranst. Zwei Jobs - als mobile Nagelpflegerin und freie Maskenbildnerin am Theater -, das Messie-Problem ihrer Mutter Doro (Anja Herden), ein hilfloser Vater (Thomas Limpinsel) - und dann verliebt sie sich auch noch in den charmanten, aber flatterhaften Tänzer Philip (Patrick Isermeyer).

Zum Glück lebt Maya nicht allein: In ihrer WG wohnt die temperamentvolle Sema (Şafak Şengül), Optikerin und Influencerin. Um beide herum hat sich ein Kreis kluger, humorvoller Frauen verschiedenster Herkunft versammelt, die mit Witz und Lebensweisheiten zur Stelle sind. Regie führte Katharina Bischof ("Tatort München: Hackl"), das Drehbuch stammt von Stefanie Kremser ("Herren").

Şafak Şengül: "Ich hätte sie gerne als Freundin"

Die in Wien geborene Hauptdarstellerin Salka Weber (geb. 1989), die Maya verkörpert, beschreibt die stärkste Eigenschaft ihrer Figur als die Fähigkeit zuzuhören: "In einer Welt, in der zunehmend Taubheit für die Erfahrungen und Perspektiven von Menschen mit anderen Lebensrealitäten herrscht, ist der Zuhörer vermögend, weil er erstmal offenbleibt und dadurch weiter wachsen kann", erklärt sie dem Sender. Der beobachtende Anteil Mayas sei für sie als Schauspielerin besonders reizvoll gewesen, weil die Figur ihr erlaubt habe, sich Zeit zu nehmen und das Gegenüber wirklich aufzunehmen.

Die in Mainz geborene Schauspielerin Şafak Şengül (31) schwärmt regelrecht von ihrer Rolle Sema: "Sie sagt 'Ja' zum Leben und ist integer und loyal. Sie kann sich kritisch zu wichtigen Themen äußern und verliert dabei nicht ihre Lebensfreude. Ich hätte sie gerne als Freundin." Den Kern des Films sieht Şengül dementsprechend in "Freundschaft. Begegnungen. Ein liebevoller und unvoreingenommener Blick auf die Menschen um sich herum".

Geschichten, die unter die Haut gehen

"Damen" ist weit mehr als eine leichte Wohlfühlkomödie. In der Geschichte verschmelzen überraschend die Schicksale afroamerikanischer GIs, vietnamesischer Boatpeople sowie türkischer und angolanischer Einwanderer mit Mayas Leben im heutigen München. Die Bielefelder Schauspielerin Anja Herden (55), die Mayas Mutter Doro verkörpert, zeigt sich tief berührt von der Mutter-Tochter-Beziehung im Film. Ihre Figur sei eine Frau, "die buchstäblich kapituliert hat, vor dem Leben, seinen alltäglichen An- und Herausforderungen". Besonders beeindruckt habe sie, dass Maya trotzdem nicht zornig werde: "So geht es hier auch um die Wirkkraft bedingungsloser Liebe."

Auch Mai-Phuong Kollath (geb. 1963), die die vietnamesisch-stämmige Thao verkörpert, bringt persönliche Erfahrungen in ihre Rolle ein. Ihre eigene Biografie und therapeutische Arbeit seien in die Darstellung eingeflossen, erklärt die deutsch-vietnamesische Schauspielerin. Thao stehe für eine Generation von Frauen, "die historische Brüche auf schmerzhafte Weise erlebt haben". Ihr Mut, am Ende loszulassen und zu ihren Wurzeln zurückzukehren, sei "ein Akt von Selbstermächtigung und Versöhnung".

Ein Film, der den Alltag ernst nimmt

Drehbuchautorin Stefanie Kremser beschreibt "Damen" als ein Projekt aus innerer Notwendigkeit: Sie habe endlich ein Drehbuch "fast ausschließlich über Frauen" schreiben wollen - "Frauen unterschiedlichen Alters und diversen Ursprungs". Durch Mayas Begegnungen würden Themen verhandelt, "die uns alle bewegen, wie Familie und Herkunft, Liebe und Sex, Beruf und Erfolg". Die Stadt München diene dabei als Bühne, auf der sich die Geschichten ganz selbstverständlich zu einem großen Ganzen fügen.

Regisseurin Katharina Bischof siedelte den Film bewusst im Münchner Viertel Sendling an - "einem Ort, an dem Vielfalt alltäglich ist, ohne dabei konfliktfrei zu sein". Die Kamera bleibe nah bei den Figuren, beobachtend und unaufgeregt, schaue aber genau hin, "auch dort, wo Blicke, Gesten oder beiläufige Sätze verletzen". Gleichzeitig erzähle der Film von einem Münchner Sommer, dessen warmes Licht der Geschichte eine "beinahe märchenhafte Qualität" verleihe.

Produzent Peter Hartwig nennt "Damen" einen "großen Glücksfall" - die Möglichkeit, eine Geschichte zu erzählen, die scheinbar ohne große dramatische Konflikte auskomme und dennoch von "wirklicher Bedeutung" sei.

In weiteren Rollen sind unter anderem Miriam Hie, Viet Pham und Nadeshda Brennicke zu sehen. Für die Musik zeichnen Jessica de Rooij und Maarten Buning verantwortlich, die Kamera führte Robert Münchhofen.

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