Ob ein geköpfter Engel besser ist als einer mit dem Gesicht von Giorgia Meloni, das weiß nur der liebe Gott. Der Papst persönlich hat zum Bildersturm aufgerufen, dem das Engelchen jetzt zum Opfer fiel. Ein solcher Fall von „friendly fire“ dürfte in der Kirchengeschichte Seltenheitswert haben. In Roms Basilika San Lorenzo übermalte der Künstler Bruno Valentinetti (83) zu restaurativen Zwecken das Antlitz eines Engels. Unter Sakraltouristen sprach sich herum, der Cherub sei der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni wie aus dem Gesicht geschnitten. Was stimmt, wie die Fotos und Videos belegen, die sintflutartig über das Internet hereingebrochen sind.
Der Maler spielte den Unschuldsengel. Er habe „nur wiederhergestellt, was schon vor 25 Jahren da war“. Bevor aber die Inquisition auf den Plan trat, gestand er zerknirscht, er habe in göttlichem Auftrag gehandelt: „Meloni erschien mir im Traum, in Weiß gekleidet. Sie sagte zu mir: ‚Bruno, male den Engel nach meinem Bild. Gib ihm mein Gesicht!‘ Daraufhin bewegte sich meine Hand wie von selbst.“
Das klingt nach einem typischen Wunder, wenn Sie uns fragen. Seltsam, dass der Papst so vergrätzt reagiert. Leo XIV. riss den Fall an sich und verfügte, Valentinetti müsse sein Werk identitätsneutral überarbeiten. Hoffentlich hat sich der Papst vorher von ganz oben Unfehlbarkeitsprokura besorgt. Meloni selbst, um ihren Ruf besorgt, versicherte unterdessen, sie sei ganz bestimmt kein Engel.
Auch Elon Musk treiben diese Woche Probleme mit religiöser Komponente um. Am Donnerstag twitterte er traurig: „Wer auch immer gesagt hat, dass Geld kein Glück kaufen kann, wusste wirklich, wovon er sprach.“ Zum Beweis, dass er es ernst meinte, setzte er ein trauriges Emoji dahinter, das zumindest für uns Kunstbanausen ein wenig so aussah wie Giorgia Meloni.
Das Statement klingt wie eine Binse, ist aber bedenkenswert. Noch niemand ist in solche Reichtumssphären vorgedrungen wie Elon Musk. Höchstens könnten es Leute wie Tutanchamun inflationsbereinigt mit dem Tesla-Chef aufnehmen. Aber die alten Ägypter kann man nicht mehr fragen, so wenig wie König Midas. Die Kollegen von „Business Insider“ haben deshalb David Bartram angerufen, Glücksforscher an der Universität Leicester. Der sagte, es handele sich ganz klar um einen Fall von „abnehmenden Erträgen“. „Sobald man ein paar Millionen hat, ist alles, was darüber hinausgeht, für das Glück bedeutungslos.“
Das mag ja für die ersten paar Hundert Millionen gelten. Aber was ist, wenn man, so wie Musk, 570.000 davon hat? Also wirklich 570.000 Millionen oder 570 Milliarden Euro. Der zweitreichste Mensch, Larry Page, verfügt über vergleichsweise mickrige 240 Milliarden Euro. Eigentlich bräuchte man für Musks ganze Kohle einen eigenen Forschungszweig. In der, sagen wir, Luftforschung gibt es sicher auch einen Unterschied zwischen dem, was unmittelbar über der Erdkrume liegt, und der Stratosphäre. Da herrschen doch ganz andere Druckverhältnisse.
Wir vermuten stark, dass es beim Verhältnis zwischen Geld und Glück ähnlich ist. Plötzlich kann man sich nicht nur Inseln und Jumbo-Jets kaufen, sondern ganze Länder. Das Vermögen der katholischen Kirche, auch nicht für ihre Armut bekannt, wird auf irgendwas zwischen 44 Milliarden und 300 Milliarden Euro geschätzt. Das heißt, Musk könnte sich locker den Vatikan leisten. Er könnte dann nicht nur medienwirksam Space-X-Raketen vom Petersdom abfeuern, sondern bekäme auch jede Menge Seelenheil. Und nebenbei könnte er sich am idealen Ort dafür als neuer Schmerzensmann ausrufen, der stellvertretend, damit der Rest der Menschheit arm und glücklich sein kann, all das böse Geld auf den eigenen schmalen Schultern trägt.
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