Im "Tatort: Ex-It" aus Stuttgart gibt es eine Kinderleiche im Neckar, einen vermissten Sohn - und ein Ehedrama, das den Krimi verdrängt.

Das Stuttgarter Ermittlerduo Thorsten Lannert (Richy Müller, 70) und Sebastian Bootz (Felix Klare, 47) muss im "Tatort: Ex-It" (18. Januar, 20:15 Uhr, das Erste) herausfinden, was mit dem Kind eines ehemaligen It-Girls passiert ist.

Worum geht es im "Tatort: Ex-It"?

Eine verregnete Nacht in Stuttgart: Völlig aufgelöst stürmt eine durchnässte Frau in ein Polizeirevier. Ihr SUV sei gestohlen worden - mit ihren beiden Kindern. Wenig später fischt die Feuerwehr das Fahrzeug aus dem Neckar. Die kleine Penelope konnte sich nicht aus ihrem Kindersitz befreien und ist ertrunken. Von ihrem Bruder Hugo fehlt jede Spur.

Die verzweifelte Mutter heißt Pony Hübner, gespielt von Kim Riedle (44, "Liebes Kind"). Vor rund zehn Jahren gehörte sie zu den meistfotografierten Frauen der Republik - ein sogenanntes It-Girl, berühmt fürs Berühmtsein. Groß gemacht hat sie ihr Ehemann Stefan (Hans Löw, geb. 1976), einst Verleger diverser Boulevardblätter. Doch diese Zeiten sind vorbei: Er managt heute Influencerinnen, während Pony durch alte Magazinfotos scrollt und vergeblich nach ihrer verlorenen Relevanz sucht. "Wenn ich mich nicht in den Magazinen finde, denke ich, mich gibt's nicht mehr", gesteht sie den Kommissaren.

Lannert und Bootz vermuten eine Entführung - schließlich sind die Hübners wohlhabend, und Pony fühlte sich bereits seit Wochen verfolgt. Tatsächlich trudeln bald Erpresserbriefe ein, doch viele davon stammen offenbar von Trittbrettfahrern, die den prominenten Fall ausnutzen wollen. Die Ermittler stehen vor der Frage: Steckt ein Verbrechen dahinter, oder ist hier ein innerfamiliärer Rosenkrieg eskaliert?

Lohnt sich das Einschalten beim "Tatort: Ex-It"?

Jein. Wer einen klassischen Krimi mit Spurensuche und Täterrätsel erwartet, wird nicht voll auf seine Kosten kommen. Der Tod der kleinen Penelope rückt erstaunlich schnell in den Hintergrund, stattdessen kreist "Ex-It" beinahe obsessiv um das zerrüttete Verhältnis zwischen Pony und Stefan. Regisseurin Friederike Jehn ("Borowski und die große Wut") interessiert sich mehr für die menschlichen Abgründe hinter der Schlagzeile als für klassische Krimi-Mechanismen. Das kann man mögen - oder eben nicht.

Was den Film rettet, sind seine Hauptdarsteller: Kim Riedle verkörpert die vergessene Ex-Prominente mit großer Intensität, Hans Löw gibt den emotional erkalteten Ehemann mit kühler Präzision. Beide werfen sich in ihre Rollen, als ginge es ums Überleben. Zeynep Bozbay, Anne Haug und David Zimmerschied glänzen ebenso in ihren etwas kleineren Rollen. Müller und Klare hingegen bleiben in ihrem 36. Einsatz auffallend im Hintergrund, wirken eher wie Beobachter in einer Welt aus Likes und Selbstinszenierung.

Drehbuchautor Wolfgang Stauch zeichnet das Porträt einer Generation, die sich im digitalen Spiegel sucht und irgendwann keine Konturen mehr findet. Als Sozialstudie funktioniert das, als spannender "Tatort" weniger. Für Fans des immer wieder sehr starken Stuttgarter Teams bleibt die Vorfreude auf die nächsten Fälle.

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