- 4 von 5 Punkten
- Neues von der Baustelle: Krimi rund um die Sanierung der Kölner Oper
Worum geht's in diesem "Tatort"?
An der Kölner Oper laufen die Proben für die Premiere von Joseph Haydns Stück "Die Schöpfung" auf Hochtouren. Doch dann kommt es zu einem schockierenden Zwischenfall. Elli Zander (Ines Lutz), Mitarbeiterin der Requisite, wird erschossen aufgefunden. Ihre Leiche wurde in einem Kleid aus dem Kostümfundus im Aufzug drapiert, daneben finden sich Tierfiguren eines Wals und eines Schweins.
"Das sieht nach einer öffentlichen Aufbahrung aus", konstatiert Kommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär). Gemeinsam mit seinem Kollegen Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) übernimmt er die Ermittlungen.
Schenk und Ballauf finden heraus, dass die getötete Elli Zander die Waffenkammer verwaltete – und eine Pistole aus dem Inventar fehlt. Eine erste Spur führt zum Countertenor David Deycks (Marcel Jacqueline Gisdol), der mit Zander zusammengearbeitet hat. Von Deycks fehlt allerdings jede Spur. Als dann ein weiterer Angestellter der Oper tot aufgefunden wird, ahnen die Kommissare, dass der Täter aus den eigenen Reihen stammen muss.
Warum lohnt sich der Fall "Die Schöpfung"?
Spätestens seit dem "Phantom der Oper" ist klar, dass die Kulisse eines Opernhauses ganz wunderbar als Inszenierung für einen spannenden Kriminalfall taugt. Ein maskierter Unbekannter, der zwischen Bühne und Backstage-Bereich sein Unwesen treibt – diesem Motiv können sich auch die "Tatort"-Macher nicht entziehen.
Der Film (Buch: Wolfgang Stauch, Regie: Torsten C. Fischer) entfaltet seine Stärke aber vor allem durch seine Aktualität. Gedreht wurde bei laufendem Betrieb – auf der Baustelle der alten Kölner Oper, die seit 2012 aufwendig saniert wird – und in den Interimsspielstätten in Köln-Deutz.
"Wir gingen während der Stoffentwicklung davon aus, den ganzen Film in der alten, also neuen, also sanierten Kölner Oper zu drehen", sagt Drehbuchautor Wolfgang Stauch. Doch wie bei vielen Großbauprojekten konnte der Zeitplan nicht eingehalten werden und die Kosten sind explodiert.
Ursprünglich sollten die Sanierungsarbeiten 2015 beendet sein und 253 Millionen Euro kosten. Inzwischen ist von 1,5 Milliarden Euro die Rede, im September 2026 wird nun die Neueröffnung des Hauses am Offenbachplatz anvisiert. Die Bauposse um die Oper wird im Krimi an mehreren Stellen süffisant kommentiert.
Was stört?
An Weihnachten ermittelten die Münchner "Tatort"-Kommissare im Theater, rund zwei Wochen später wird nun an der Kölner Oper gemordet. Dass die beiden thematisch ähnlichen Krimis so kurz hintereinander ausgestrahlt werden, ist unglücklich. Zudem ergeht sich der Film ein wenig in Klischees und zeigt die Künstler als Exzentriker, die ihre Sorgen in Alkohol ertränken. Und wer generell wenig mit Opernmusik anfangen kann, wird keine Freude an dem Film haben.
Die Kommissare?
Die Ermittlungen führen Ballauf und Schenk in Bereiche der Oper, die normalen Besuchern sonst verborgen bleiben: Bühnentechnik, Maske, Requisite, Kostümfundus. Für Ballauf ist das Bühnenhaus in erster Linie ein Tatort, für Schenk ein wahr gewordener Traum. "Ich liebe die Oper!", offenbart er seinem verdutzten Kollegen.
Ballauf kann mit der ganzen Inszenierung und dem gestelzten Gerede wenig anfangen. Er will kühl und sachlich ermitteln und legt sich dafür auch mit dem Intendanten (Stephan Grossmann) an.
Ein- oder ausschalten?
Interessante Einblicke hinter die Kulissen, amüsante Dialoge und ein eingespieltes Ermittler-Team – schalten Sie ruhig ein!
- Tatort
- Köln
- ARD
- Max Ballauf
- Freddy Schenk
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke