Die AGF Videoforschung hat ihre TV- und Videobilanz für das Jahr 2025 veröffentlicht - und sie hält durchaus eine kleine Überraschung bereit: In einem Jahr ohne Olympia und ohne Fußball-EM oder -WM der Männer sicherte sich im vergangenen Jahr der Frauenfußball den Spitzenplatz der Quotencharts.
Mit durchschnittlich 14,573 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von beeindruckenden 57 Prozent war das Halbfinale der UEFA Frauen-EM am 23. Juli 2025 das meistgesehene TV-Ereignis des Jahres, wie die AGF mitteilte. In Zürich trafen die DFB-Frauen auf Weltmeister Spanien - ein Duell, das nach torlosen 90 Minuten erst in der Verlängerung durch einen Treffer von Aitana Bonmatí (27) für die Spanierinnen entschieden wurde.
Auf den weiteren Plätzen der meistgesehenen Einzelsendungen folgen zwei "Tatort"-Folgen: "Fiderallala" lockte am 6. April 12,508 Millionen Zuschauer vor die Geräte, "Die Erfindung des Rades" im Dezember 12,2 Millionen - beides im Übrigen Fälle aus Münster. Mit dem ZDF-Spiel Frankreich gegen Deutschland bei der Frauen-EM schaffte es ein weiteres Fußballspiel in die Top 5.
"Tagesschau" ist Programmmarke Nummer eins
Betrachtet man allerdings nicht einzelne Sendungen, sondern die sogenannten Programmmarken - also die kombinierte Nutzung über TV und Streaming hinweg - ergibt sich ein anderes Bild: Die "Tagesschau" war 2025 das mit Abstand meistgenutzte Format Deutschlands. Mit einem Gesamtvolumen von über 1,23 Milliarden Stunden verwies das ARD-Nachrichtenformat die ZDFinfo-Dokumentationen und den "Tatort" auf die Plätze. Die erfolgreichste Einzelausstrahlung der "Tagesschau" lief am Wahlabend des 23. Februar und erreichte 11,097 Millionen Zuschauer - Rang vier der meistgesehenen Sendungen.
Deutsche schauen weniger klassisches Fernsehen
Doch trotz dieser Quotenerfolge offenbart die AGF-Bilanz einen klaren Trend: Die Deutschen verbringen immer weniger Zeit vor dem klassischen Fernsehgerät. Die durchschnittliche tägliche TV-Nutzung sank laut AGF auf 158 Minuten - ein Minus von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den 14- bis 49-Jährigen fiel der Wert noch deutlicher: von 79 auf nur noch 67 Minuten pro Tag.
Die verlorene TV-Zeit wandert zu einem erheblichen Teil ins Streaming: Die durchschnittliche tägliche Nutzung von Video-Streaming-Angeboten stieg von sechs auf acht Minuten - ein Plus von rund 21 Prozent. Als Meilenstein gilt die Integration von Amazon Prime Video in das AGF-Messsystem Anfang November 2025, wodurch erstmals ein globaler Streamingdienst vollständig vergleichbar ausgewiesen werden kann.
Bei den Streaming-Formaten dominieren serielle und fiktionale Inhalte. Im Gesamtpublikum führen "Sturm der Liebe", "Tatort" und "Rote Rosen" die Rangliste der meistgestreamten Programmmarken an. Bei den jüngeren Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren liegt "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" vorn. Amazons "Maxton Hall" schoss bereits im ersten Messmonat auf Platz zwei der Streaming-Charts bei den Jüngeren.
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