"Das Traumschiff" weicht erstmals vom Kurs ab: Ausgerechnet in der Neujahrsfolge widmet sich das ZDF dem ernsten Thema Suizid. Da geht das Techtelmechtel von Silbereisen fast unter.

Wer ist bei dieser "Traumschiff"-Fahrt an Bord?

Der alleinreisende Oliver Stiller (Götz Schubert), die um ihre Mutter trauernde Emilia Gronewald (Nadine Grietz), eine Patchworkfamilie bestehend aus Katja Sommer (Isabell Horn) mit Tochter Lisa (Klara Kleinhans) und Björn Wagner (Daniel Krauss) mit Sohn Paul (Cooper Dillon) sowie die frisch verlassene Ärztin Sophia Berg (Valentina Pahde) steigen an Bord in Richtung Madikwe in Südafrika.

Inhaltlich kommt das Traumschiff ins Schlingern: Wo sonst das Versprechen galt, leichte Unterhaltung vor hübscher Kulisse zu bieten, soll dieses Mal ein ernstes Thema verhandelt werden. Die Passagiere Stiller und Gronewald treten die Reise unabhängig voneinander mit dem Vorsatz an, sich das Leben zu nehmen. Dabei kommen sie sich jedoch ständig gegenseitig in die Quere. Schiffsdirektorin Hanna Liebhold (Barbara Wussow) ahnt etwas und versucht sie feinfühlig zum Reden zu bewegen. Um ihren Entschluss in die Tat umzusetzen, müssen die beiden sie täuschen, was in einen komödiantischen Handlungsstrang verpackt ist.

Das und die Tatsache, dass Berichte über Suizide bekanntlich zu mehr Suiziden führen, machen das Ganze zu einem zumindest fragwürdigen Projekt des ZDF. Zumal Themen wie Depressionen oder Auswege daraus nur indirekt angesprochen werden. Lediglich kurz vor dem Abspann wird ein Hinweis auf eine Hilfs-Hotline eingeblendet. Eine Trigger-Warnung vorab hätte gut getan.

Skurrilster Moment?

Der Schnitt zu den so gar nicht gefährlich wirkenden Löwen, als Paul während der Safari aus dem Jeep springt, um ein herausgefallenes Handy zurückzuholen.  Alles nur, weil er seine Stiefschwester beeindrucken will.

Dramatischster Moment?

Sicherlich alle Sequenzen rund um das Tabuthema Suizid – leider ohne den notwendigen Tiefgang.

Der Kapitän?

Darf sich in dieser Folge als Playboy inszenieren und wird von der Ärztin Sophia umschwärmt, die gerade eine geplatzte Verlobung hinter sich hat. Die beiden verbringen eine Nacht miteinander, nachdem Parger (Florian Silbereisen) bei einem Landgang auch noch seine Künste als Pilot unter Beweis stellen durfte. Doch keine Angst: Silbereisen bleibt natürlich an Bord und brennt nicht mit der Ärztin durch, die in Südafrika einen neuen Job antritt. "Würdest du für die große Liebe alles verändern?", fragt sie ihn. Seine klare Antwort: "Nein!"

Der Promi-Auftritt?

Der "heute-show"-Satiriker Lutz van der Horst mimt einen Kellner an Bord, der sich ebenfalls das Leben nehmen möchte. Van der Horst hatte zuvor lange vergeblich versucht, eine Rolle im "Traumschiff" zu ergattern. Erst nachdem er den Wunsch in einem Interview öffentlich gemacht hatte, kam die Redaktion auf ihn zu. Da er und die beiden suizidalen Alleinreisenden am Ende einen Pakt schließen, ist eine Rückkehr nicht ausgeschlossen.

Reisetipp:

Das Wildreservat Madikwe in Südafrika ist bekannt für seine großartigen Safari-Möglichkeiten, die zahlreichen Tieraufnahmen stehen im Mittelpunkt der Reise.

Das Zitat des Films:

"Macht schon was her, so eine Uniform", kommentiert Sophia, nachdem Kapitän Parger ganz in Weiß und mit Pilotenbrille von Bord geht. "Bei den Temperaturen eher weniger", winkt der ungelenk ab.

"Das Traumschiff: Madikwe" läuft am 1. Januar 2026, 20.15 Uhr im ZDF

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

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