Im Schadstoffkomplex um den VW Grand California sieht das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) derzeit keine Gefahr für die Verkehrssicherheit. Das berichtet das Online-Magazin "Promobil" unter Berufung auf eine abschließende Stellungnahme der Behörde. Hinweise darauf, dass mögliche Ausdünstungen die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, lägen aktuell nicht vor.
Ausgangspunkt der Affäre waren Medienberichte über auffällige Gerüche und erhöhte Schadstoffwerte im Innenraum, insbesondere im Hochdach mit Schlafplätzen. Das ZDF-Magazin "Frontal" hatte im Juli 2025 über einen internen VW-Bericht aus dem Jahr 2021 vermeldet. Demnach sollen im Hochdach teils deutlich erhöhte Benzolwerte gemessen worden sein. Auch der VW Crafter mit Hochdach steht im Fokus.
Gesundheitsfragen nicht Teil der KBA-Prüfung
Bereits im Sommer 2025 hatte das KBA Untersuchungen aufgenommen, um mögliche Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit zu prüfen. Laut Promobil bezieht sich die Bewertung jedoch ausschließlich auf straßenverkehrsrechtliche Aspekte. Fragen zu Produktsicherheit oder gesundheitlichen Risiken fallen nicht in die Zuständigkeit der Behörde. Das KBA verweist dem Bericht zufolge unter anderem auf das Alter der betroffenen Fahrzeuge sowie auf bauliche Änderungen bei neueren Modellen, die mögliche Ausdünstungen reduzieren sollen. Ob es in der Vergangenheit ein Verkehrsrisiko gab, bleibt offen.
Rechtliche Schritte
Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer bewertet die Einschätzung des KBA als "für zivilrechtliche Ansprüche nicht entscheidend". Im Mittelpunkt stünden Fragen nach Sachmängeln, Gebrauchstauglichkeit und möglichen Gesundheitsbeeinträchtigungen. Man bereite erste Klagen vor. Nach Angaben der Kanzlei wurden bislang rund 300 Beratungen im Zusammenhang mit VW-Campern geführt, daraus seien 81 Mandate entstanden. Ein Teil der Betroffenen dürfte den Klageweg beschreiten.
Betroffene Modelle und Vorwürfe
Nach bisherigen Recherchen sollen vor allem Fahrzeuge des Grand California bis Baujahr 2022 betroffen sein, darunter die Varianten 600 und 680. In Deutschland sind rund 3.530 Fahrzeuge zugelassen. Beim seit 2017 produzierten Crafter mit Hochdach sind es über 21.000 Pkw-Zulassungen.
Im Kern geht es um Bauteile aus glasfaserverstärktem Kunststoff im Dachbereich, in dem sich Schlafplätze befinden. Zwei VW-Manager, die intern auf mögliche Probleme hingewiesen haben sollen, klagen vor dem Arbeitsgericht Braunschweig gegen den Konzern.
Mehr zum Thema entdecken
Autohandel
Diesel-Skandal: EuGH weist VW-Argumentation zurück
Autohandel
Kurz gemeldet: Notizen aus der Mobilitätsbranche
Autohersteller
Gerichtsstreit um Kündigungen: VW-Manager fordern Millionen
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke