Bis zum 19. Januar müssen viele Motorrad- und Autofahrer ihren alten Führerschein umtauschen. Wie lange dauert die Bearbeitung – und was droht, wenn die Frist verpasst wird?

Erst waren die Papierführerscheine dran, jetzt läuft die Umtauschfrist für alle 1999 bis 2001 ausgestellten Scheckkarten. Bis zum 19. Januar müssen sie in einen neuen EU-Führerschein umgetauscht werden. Eine Umfrage zeigt: In Hessens Kommunen herrscht teils erhöhter Andrang bei den zuständigen Behörden. Mancherorts kann zumindest noch der Antrag vor Ablauf der Frist online gestellt werden.

In diesen Städten kann ein Online-Antrag gestellt werden

"Wir empfehlen die Onlinebeantragung zum Umtausch in einen EU-Kartenführerschein", sagte etwa ein Sprecher der Stadt Kassel. Die derzeitige Bearbeitungszeit betrage bei der Onlinebeantragung drei bis vier Wochen. "Die Führerscheinstelle hat aktuell ein begrenztes Terminangebot für die persönliche Vorsprache." Der Andrang auf die Umtauschtermine sei derzeit hoch und habe sich in den Wochen vor Fristablauf nochmals deutlich verstärkt.

Auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf kann der Führerschein online getauscht werden. "So kann der Antrag zumindest noch fristgerecht gestellt werden", erklärte ein Sprecher. Der Andrang auf die Umtauschtermine sei auch dort derzeit sehr hoch. Wer noch keinen Termin gebucht habe, müsse derzeit mit einer Wartezeit von etwa fünf Wochen rechnen.

Mittels Onlinedienst ließe sich der Umtausch rund um die Uhr anstoßen, heißt es auch aus der Landeshauptstadt Wiesbaden. "Wer trotzdem zur Fahrerlaubnisbehörde kommen möchte, muss aktuell mit einer Vorlaufzeit von circa sechs Wochen für einen Termin rechnen. Wir versuchen aber, je nach Personalkapazität, Termine jeden Morgen freizuschalten, sodass man auch immer kurzfristig einen Termin erhalten kann."

In Darmstadt ist die Antragstellung ebenfalls persönlich oder direkt über den Onlinedienst möglich. Der Andrang auf Termine sei derzeit nicht merklich gestiegen, sagte ein Sprecher der Stadt. Die Bearbeitung bis zur Aushändigung des Führerscheins dauere, insbesondere aufgrund der Dauer der Erstellung der Führerscheine bei der Bundesdruckerei, rund sechs Wochen. Es bestünden ausreichend Termine für die Beantragung, so der Sprecher. "Allerdings werden Anträge oft erst kurz vor Ablauf der Frist gestellt, so dass eine Aushändigung des neuen Führerscheins dann nicht innerhalb der Frist möglich ist."

Hier braucht es einen persönlichen Termin

In Hanau ist zum Umtausch nach Angaben einer Sprecherin der Stadt eine vorherige Terminvereinbarung notwendig und online buchbar. Es gebe derzeit einen deutlich spürbaren Anstieg von Anträgen auf Führerscheinumtausch. "Die Anträge haben sich in der Hanauer Bürgerservicestelle seit November 2025 mehr als verdreifacht."

Auch in Hessens größter Stadt Frankfurt am Main braucht es einen Termin beim Bürgeramt, der online vereinbart werden kann. "Aufgrund der nahenden Fristen für den Pflichtumtausch ist der Andrang auf die verfügbaren Termine in der Fahrerlaubnisbehörde der Stadt Frankfurt hoch", teilte eine Sprecherin mit. Sämtliche angebotenen Termine für den Pflichtumtausch seien regelmäßig ausgebucht.

Allein für den Zweck des Führerschein-Tausches würden in der Mainmetropole jährlich etwa 6.500 Termine im "Servicecenter Rund ums Auto" vergeben, erläuterte die Sprecherin. "Es stehen ausreichend Möglichkeiten für einen fristgerechten Umtausch zur Verfügung, da die elf Bürgerämter der Stadt Frankfurt am Main diesen Service ebenfalls dezentral anbieten und so Verzögerungen entgegenwirken."

Ziel: 2033 einheitlicher Führerschein in der EU

Bis 2033 müssen Führerscheine, die vor 2013 ausgestellt wurden, etappenweise in den neuen EU-Führerschein umgetauscht werden. So solle sichergestellt werden, dass alle in der EU in Umlauf befindlichen Führerscheine ein einheitliches und fälschungssicheres Muster erhalten, heißt es auf der Website der Bundesregierung.

Benötigt wird für den Wechsel der Personalausweis oder Reisepass, ein aktuelles biometrisches Foto sowie der bisherige Führerschein. Der Umtausch von Pkw- und Motorrad-Führerscheinen erfolgt ohne Prüfung oder Gesundheitsuntersuchung.

Bei Verstoß droht Verwarngeld

Der Umtausch des Führerscheins sei für alle Auto- und Motorradfahrer, die einen Führerschein älter als 2013 haben, verpflichtend, betonte der ADAC Hessen-Thüringen. "Wurde der Führerschein nicht fristgerecht umgetauscht, droht ein Verwarnungsgeld von zehn Euro", erläuterte eine Sprecherin. "Allerdings erlischt nur die Gültigkeit des Führerscheindokuments, die Fahrerlaubnis bleibt weiter bestehen."

Betroffene dürften daher auch nach Ablauf der Frist unbefristet weiterfahren. "Es handelt sich nicht um "Fahren ohne Führerschein"." Im Ausland könnten sie jedoch trotzdem Probleme bekommen, wenn sie noch ihren alten Führerschein dabeihaben. "Insbesondere beim Buchen von Mietfahrzeugen kann es schwierig werden."

DPA ch
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