Der Maextro S800 von Huawei und JAC erobert seit 2025 das Luxussegment in China. Er verkauft sich besser als Panamera und 7er zusammen – mit Maybach-Design und zum halben Preis.

China war lange Zeit eine Goldgrube für die deutschen Oberklasse-Autos – schon allein deshalb, weil es keine echte Konkurrenz von chinesischen Herstellern gab. Die Stückzahlen in diesem goldenen Segment verblassen zwar gegenüber den günstigeren Modellen, doch die Gewinnmargen sind weit höher. 

Nun gibt es jedoch ein chinesisches Fahrzeug, das die Deutschen das Fürchten lehrt. Der Maextro S800 wird seit Mai 2025 ausschließlich auf dem chinesischen Markt angeboten und hat sich dort direkt auf Platz eins in der Preisklasse der Fahrzeuge über 100.000 Dollar gesetzt.

Wer kennt den Namen Maextro?

Maextro? Diese Marke kennt in Deutschland kaum jemand. Doch hinter dem Newcomer stecken der Technikgigant Huawei und die Anhui Jianghuai Automobile Group Corporation (JAC). Im Mai begann die Markteinführung, im September eroberte er die Spitzenposition in diesem Segment, und im November soll sich der Maextro S800 besser verkauft haben als Porsche Panamera und BMW 7er-Reihe zusammen. Für das nächste Jahr ist eine deutliche Kapazitätserweiterung geplant. Diese Verkäufe gehen im Wesentlichen zulasten der deutschen Hersteller.

Der Maextro S800 versteht sich nicht als gewöhnliches Oberklasse-Modell, seine Messlatte liegt im Segment der absoluten Luxusautos – von Fahrzeugen wie Rolls-Royce oder Maybach. Tatsächlich erinnert er optisch an Designstudien für zukünftige Maybach-Modelle, die dann nie gebaut wurden. Selbst die Anordnung der Markenlogos wirkt an Maybach angelehnt.

Heute ist Maybach ohnehin keine eigenständige Baureihe mehr, sondern lediglich eine besonders luxuriös ausgestattete und verlängerte Mercedes-S-Klasse. In Dimensionen und Ausstattung lässt der Maextro S800 die normale Oberklasse weit hinter sich – allerdings nicht bei den Verkaufspreisen.Pic2 Maextro S800

Oberklasse plus

Der S800 ist 5,48 Meter lang. Bedienknöpfe sind aus Kristall geschnitten, die hinteren Passagiere können sich von einem 40-Zoll-Projektor (100 cm Diagonale) unterhalten lassen. Automatisch öffnende und schließende Türen fallen da schon gar nicht mehr auf. 

Besonders im Fondbereich erkennt man, dass der Maextro nicht primär als Selbstfahrerauto, sondern auch als Chauffeurslimousine konzipiert wurde. Der Fond ist als echte "Executive Lounge" gestaltet: Die Zero-Gravity-Sitze lassen sich in eine nahezu schwerelose Liegeposition verstellen, inklusive Massage-, Heiz- und Belüftungsfunktionen. Der Beifahrersitz klappt auf Knopfdruck komplett nach vorne, um maximalen Beinfreiraum zu schaffen. 

Die Luxus-Mittelkonsole im Fond ist ein weiteres Highlight: Sie integriert einen Kompressor-Kühlschrank, beheizbare und kühlbare Getränkehalter, einen ausklappbaren Tisch, kabellose Ladeflächen sowie einen per Fingerabdruck gesicherten Safe für Wertgegenstände. Dazu kommt ein Panorama-Sternenhimmel mit dynamischen Effekten, der Animationen wie Sternschnuppen oder den Großen Wagen darstellt – kombiniert mit aktiver Geräuschunterdrückung für eine extrem leise Kabine. Alles ist veredelt mit hochwertigen Materialien: Semi-Anilin-Nappaleder, echtes Holz mit durchgehender Maserung in fünf exklusiven Farbthemen und Kristall-Elemente sorgen für ein Ambiente, das Rolls-Royce und Maybach in nichts nachstehen will.

Maextro auch als Hybrid erhältlich

Huaweis Technologie-Suite gilt vermutlich als das beste elektronische System der Welt. Sie umfasst ein nahtlos verbundenes Triple-Screen-Setup mit großem Zentraldisplay, Fahrer- und Beifahrerscreen sowie ein erweitertes Head-up-Display mit bis zu 76 Zoll Projektionsfläche. Dazu kommt Huawei ADS 4.0 für autonomes Fahren der Stufe 3 mit bis zu vier Lidar-Sensoren, 360-Grad-Sensorik und der Fähigkeit, komplexe Szenarien wie enge Manöver oder schlechtes Wetter sicher zu meistern.

Den Maextro gibt es als reines E-Fahrzeug und als Hybrid, wobei der Verbrennermotor nur die Batterie lädt, aber das Fahrzeug nicht direkt antreibt. Die E-Version bietet 864 PS, eine Batterie von 97 kWh und soll eine Norm-Reichweite von 700 Kilometern haben. Der Wagen lädt mit bis zu 450 kW. Die Hybridversion soll die kombinierte Reichweite auf über 1300 Kilometer steigern, rein elektrisch sollen es immer noch 365 Kilometer sein.

Hohes Eroberungspotenzial

Und das alles für etwa die Hälfte dessen, was ein vergleichbarer Mercedes-Maybach in China kostet. Die Preise für Luxusgüter spiegeln immer auch einen imaginären Markenwert wider. Fraglich ist nur, ob altehrwürdige europäische Namen in einem sich rasch wandelnden Markt wie China tatsächlich einen ewig gültigen Markenwert besitzen. Zumal Huawei – nach dem erfolgreichen Kampf gegen amerikanische Sanktionen – selbst einen erheblichen Markenwert als Symbol des chinesischen Widerstands und Nationalstolzes angesammelt hat. Der Erfolg eines solchen Wagens zeigt auch, wie die chinesische Parteispitze heute mit Reichtum umgeht: Offener Protz bleibt heikel, doch der Maextro markiert genau die Grenze des noch schicklichen und erlaubten Luxus.

In China dürfte der Siegeszug des Maextro S800 auch 2026 weitergehen. Brisant wird es, wenn der Maextro S800 oder vergleichbare Modelle weltweit angeboten werden. Es ist anzunehmen, dass die USA und EU ihre Märkte abschotten werden, doch im Rest der Welt wird der Luxus made in China vermutlich schnell Marktanteile erobern.

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